Geschichte der Juden.
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gclödtet, Menschenkraft hätte ihm mit nichten beikommen können." —Die samaritanische, durchaus sagenhafte Quelle erzählt die EinnahmeBetars in der Art, daß sie Zuge von der Einnahme Jerusalems durchTitus ans diese Festung überträgt. Hadrian, der die Stadt belagerte,habe sie schon verlassen wollen; denn die Belagerten hätten durchunterirdische Gänge, die einerseits nach Lydda, anderseits nach Jerichoeinen geheimen Ausgang boten, Lebensmittel herbeigescbafft, die siedem Feinde zur Schau ausstellten. Da hätten zwei samaritanischeBrüder, Manasse und Efraim, die wegen eines bösen Streichesbei den Juden als Gefangene znrückgehalten wurden, einen in Lehmgehüllten Brief für Hadrian über die Mauer geschleudert, in welchemangegeben war, daß, wenn die zwei Ansgänge bewacht würden, sicher-lich eine Hnngersuoth entstehen müßte. Hadrian habe den Rath derSamaritaner befolgt und die Stadt sei während eines Sabbats über-rumpelt worden)'. So viel scheint aus beiden Berichten gewiß, daßdie Römer, denen ein Verräther den Weg in die unterirdischen Gängegezeigt hatte, durch dieselben in Betar eingedrnngen sind, und einBlutbad augerichtet haben, welches mit den grellsten Farben ans-gemalt wird. Die Pferde seien bis an die Nase im Blut gewatet,das Blut habe sich in Gestalt eines Flusses in das fast eineMeile entfernte Meer ergossen und schwere Felsen mit fortgewälzt.300 Kindergehirne habe inan an einem Felsen zerschmettert gefunden,und von der ganzen Jugend Betars soll nur der Sohn des Patriarchendem Tode entgangen sei». Die Frauen der Erschlagenen haben keinenlebendigen Zeugen auftreiben können, der über den Tod ihrer Männervor Gericht hätte Zeugnis) ablcgen können. Man kann kaum denungeheuren Zahlen Glauben schenken, welche über die in dem Bar-Kochbaischcn Kriege Gefallenen angegeben werden, und doch werdensie von jüdischen und griechischen Geschichtsschreibern übereinstimmendbestätigt. Der gut unterrichtete griechische Geschichtsschreiber (llioLaosius) erzählt: es seien außer den durch Hunger und Brand Um-gekommenen, über eine halbe Million gefallen "). Die jüdische Traditionüberliefert, ans den in aufrechter Stellung an einander gereihtenLeichnamen der Gefallenen sei ein Zaun gezogen worden; der Feindgönnte ihnen nicht einmal die Ruhe des Begräbnisses. Doch derVerlust der Römer war nicht minder groß, wenn auch die römischePolitik die Zahl derselben verschwieg. Hadrian, froh, einen solchen fastunerwarteten Sieg errungen zu haben, wagte nicht, als er dem Senate
') Samaritanisches Buch Josua das.
") Oio Bassins 89. 14.