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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

erfuhren hätteZ. Von den fünfzig festen Plätzen, welche die Inden innehatten, waren nach und nach alle bis auf den letzten in die Hände derRömer gefallen; zweinndfünfzig, nach Andern viernndfünfzig Schlachtenhatten die römischen Feldherren dem jüdischen Heere geliefert ^). Immerenger und enger wurde Betar eingeschlossen, wohin sich Bar-Kochba mitder Blüthe seines Heeres geworfen, und wo die Flüchtigen des ganzenLandes, welche dem Vertilgnngsschwerte entronnen waren, eine Zu-fluchtsstätte gesucht hatten. Hier, Ivo die größten Feldherren ihrer Zeit,Bar-Kochba und Jnlins Severns, gegen einander kämpften, sollte dieletzte Entscheidung herbeigeführt werden. Dieses großartige Schauspiel,in welchem die religiöse Begeisterung gegen die militärische Disciplin,die unterdrückte Nationalität gegen die kettcnschmiedende Herrschsucht,die Sehnsucht nach dem, was man verloren, gegen den Trotz, das zubehaupten, was man einmal besessen, mit erbitterter Wuth und leiden-schaftlicher Kampfeslust einander gegenüberstanden, hat noch nicht dasganze Interesse erweckt, welches ihm unstreitig gebührt^).

Betar muß durch den Zufluß, welcher von allen Seiten herbei-geströmt war, eine erstaunlich zahlreiche Bevölkerung erhalten haben. DieQuellen können nicht genug Hyperbeln ausbringen, um die große Zahlder Einwohner dieses letzten Vertheidigungspunktes anschaulich zumachen; sie erzählen unter Anderem: es habe mehrere Hundert Jngend-schnlen in Betar gegeben, welche eine so große Zahl von Schülernenthielten, daß dieselben ruhmredig sagten, sie könnten die cindringen-den Feinde mit ihren Schreibröhrchen niedermachen.

Die Belagerung Betar's hat wohl ein Jahr gedauert und zwarals der Schlußakt des ganzen Krieges, welcher sich drei und einhalbes Jahr hinzog. lieber die Wechselfälle der Belagerung, sowieüber die Ursache», welche den Fall dieser Festung herbeigeführt haben,sind wir völlig im Dunkeln gelassen. Mangel an Nahrungsmittelnund Trinkwasser, die steten Begleiter langwieriger Belagerungen, habenauch hier den Ansschlag gegeben. Eine jüdische Quelle erzählt, derFluß I o r e d et-h a-Za lm o n habe zur Zeit des Krieges treulossein Wasser versagt, was so viel sagen will, er sei durch die Sommer-hitze versiegt. Eine sehr getrübte samaritanische Quelle berichtet, dieLebensmittel, welche auf geheimen Wegen der belagerten Stadt zn-geflossen waren, seien Plötzlich abgeschnitten worden^). Dieselbe

Oittin 57 n.

2 ) älnlraseb ll'brsni zu o. 2. 2. p. 72. o.

2) Die Stimmung ist künstlerisch unvergleichlich dargsstellt in P. MöbiusTrauerspiel Uar-Loobba.

Samaritanisches Buch Josna. .lzmbnli o. 47.