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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Bar-Kochba-Krieg.

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Wenn, wie die geographische Lage Judäas gebieterisch verlangt,der erste Angriff der Römer vom Norden her, von der syrischen nndphönicischen Seite geschehen ist, so mußten die drei nördlichen FestungenKabul, Sichin nnd Magdala zu allererst an die Reihe kommen. Diejüdische Quelle, deren Nachrichten von überlebenden Zeitgenossen diesesKrieges überliefert wurden, erzählt von der Zerstörung dieser drei Städteund giebt zugleich die näheren Ursachen an, wodurch deren Untergangherbeigeführt worden war. Kabul fiel durch Uneinigkeit im Innern,Sichin durch Zauberei, worunter vermnthlich eine unerwartete Ueber-rumpelung zu verstehen ist, endlich Magdala wegen Ausschweifung,welcher sich die Einwohner zu sehr ergeben hatten. Nach dem Falledieser drei Vertheidigungspnnkte an der Grenze war der Krieg eigent-lich entschieden, wie nach dem Falle Jotapata's nnd Gadara's in derersten Revolution das übrige Land als unterworfen angesehen werdenkonnte. Ein anderer Schauplatz des Krieges scheint die Rimmonebene,wo die Erhebung ihren Anfang genommen hat, gewesen zu sein; dierömischen Legionen mußten hier ihren Weg nehmen, um in das Herzdes Landes einzndringen. Dieses Thal, welches zu verschiedenenZeiten verschiedene Namen führte (Megiddo, Jesreel, später Legio),scheint auch die Tiefebene der Hände (Ulkut - Mäaim) genanntworden zu sein, nach dem Flusse Kison nnd einem andern namenlosen,welche hier entspringen nnd zwei Armen ähnlich eine entgegengesetzteRichtung nehmen; der Kison fließt ins Mittclmeer nnd der andereFluß in den Jordan. In dieser Ebene, in dem Quellgebiet beider Flüssescheint eine mörderische Schlacht vorgefallen zu sein, welche der Sageden Stoff zu ihrer beliebten Uebertreibnug geboten hat. Sie erzähltvergrößernd: diese zwei Flüsse schwollen von dem Blute der gefallenenJuden der Art an, daß sie gegen zwei Theile Wasser einen TheilBlut enthalten haben Z.

Der nächste Kriegszng der Römer ging ohne Zweifel nach denStädten des Königsgebirges. Auch hier, Ivo uns die Geschichte imStiche läßt, sind wir ans die Sage angewiesen, aus deren übertreibendenZügen ein Körnchen Thatsächliches gewonnen werden kann. Die Sageläßt 100000 Römer mit gezückten Schwertern in die Hauptfestnng Tnr-Simon einrückeu, welche drei Tage nnd Nächte hindurch die Einwohnerniedergemetzelt haben sollen. Ter Umfang der Stadt wäre so großgewesen, daß während in dem einen Stadttheil das Todesröcheln derErschlagenen gehört, in dem andern noch das Geräusch fröhlicher Tänzevernommen worden wäre, ohne daß man von dem Gemetzel etwas

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I Siehe Note 16.