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Geschichte der Juden.
über sie hcrgefalleu sein und sie getödtet haben. Darauf habe Hadrianseine Legionen in Tnr-Simon einrücken lassen *). Solche kleinlicheVorfälle pflegten oft einen lange vorbereiteten Aufstand zum Aus-bruche zu bringen.
Julius Severns, dessen Feldherrnblick die Schwierigkeiten einesSieges bei den vielen Verschanznngen, günstigen Stellungen, derMenge der Krieger und dem fanatisirten Mnth derselben keineswegsentgangen waren, vermied es, sich in eine entscheidende Schlacht ein-znlasse», welche Var-Kochba, vertrauend ans die Zahl und Hingebungseiner Truppen, erwünscht gewesen wäre. Wie Vcspasian, zog auchSeverus den Krieg geflissentlich durch Kreuz- und Qnerzüge in dieLänge. Er rechnete besonders ans den Mangel an Lebensmitteln,welcher in einem von allen Seiten eingeschlossenen Ländchen sich un-fehlbar einstellen muß, wenn die Hände das Schwert anstatt desPfluges handhaben. Er beschränkte sich darauf, dem Feinde die Lebens-mittel abzuschneiden, die jüdischen Trnppenkörper vereinzelt anzngreisenund sie durch die Reiterei nach und nach anfznreiben, welche denJuden ganz fehlte und den Römern einen Vorsprung gewährte. DieseTaktik gelang ihm vollkommen, zumal sie von der Unmenschlichkeit unter-stützt wurde, die Gefangenen sofort dem Tode zu weihen. Die Natureines solchen Krieges erfordert viel Zeit, führt aber desto sicherer zumZiele Die Einzelheiten dieses Revolntionskrieges waren wohl nichtminder denkwürdig und von ergreifendem Effekt, als der Krieg derZeloten: es hat sich aber keine Quelle erhalten, welche der Nachweltden Todeskampf der jüdischen Nation anfbewahrt hätte. Die Helden-thaten der Zelotenführer Bar-Gioras und Johannes von Giscala hatihr größter Feind wider seinen Willen verewigt, während die letzteKraftänßerung des jüdischen Volkes, der Kriegsruhm des letztenjüdischen Helden keinen Griffel gefunden hat, sie in die Geschichts-tafeln einzutragen, gleichsam als sollten die Erinnerungen an dieWaffenthaten für die neuen Geschlechter, welche dazu bestimmt waren,den Krieg zu verlernen, geradezu verwischt werden. Selbst die imrömischen Interesse geschriebenen Erzählungen vom jüdischen Kriegeunter Hadrian, des römischen Redners Antonius Jnlianns und desGriechen Ariston von Pallas, sind ein Raub der Zeit geworden, vonwelchen nicht einmal Bruchstücke zu uns gelangt sind. Nur einzelneZüge sind uns aus diesem Kriege bekannt geworden, welche von derTapferkeit der Inden nicht minder wie von ihrer todesmnthigenBegeisterung für ihre Volkstümlichkeit das vollste Zengniß ablegen.
') Das. 2 ) Dig Oassins 09. 13.
ch LIinnoins Uelix, Ooturvins 35. 5. und Unssbins K.-G. IV. N.