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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Bar-Kochba- Krieg.

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vom Miitelmeere bis zum Tibericissee. Im Westen unweit Akko lugKabul oder Chabulou i) (fälschlich Zabulon); drei Meilen davon nachSüdost zu war die feste Stadt Sich in, nahe bei Sepphoris in einerfruchtbaren Ebene"); zu Sichin waren viele Metallarbeiter. In fastderselben Entfernung östlich nahe bei Liberias und an dem nach diesemOrte benannten See lag Magdala^) mit dem ZunamenderFärber" (Zeb'aja), berühmt wegen des Schittimholzes, das in derNähe desselben vorhanden war^). Alle drei Städte: Kabul, Sichinund Magdala werden als ungemein bevölkert geschildert, und siebildeten den Borposten, welche den Eindrang der Römer von Syrienund Obergaliläa ans verhindern sollten. Sepphoris und Liberiasscheinen in diesem Kriege, wie früher unter Vespasian nnd Trajan,heimlich ihre Anhänglichkeit an die Römer bewahrt zu haben; manmochte ihnen nicht ganz getraut nnd daher die zuverlässigeren Städtein ihrer Nachbarschaft zu Sammelpunkten gewählt haben.

Eine zweite Vertheidignngslinie war in der Mitte des jüdischenLandes, außerordentlich begünstigt durch die Bodenbcschaffenheit. Vonder großen Ebene Jesrecl zieht sich ein lang gestrecktes Gebirge vonNord nach Süd, nach zwei Seiten hin, dem Mittelmeere nnd demJordan zu, sich allmälig abdachend. Diese Bergkette, welche früherdas Gebirge Efraim oder Israel genannt wurde, führte zur ZeitBar-Kochbas den Namen K ö n i g s g eb i rg e (Ickar-ba-lKelsob, Nnr-lilallca); diesen Namen hatte es von den hasmonäischen Königen er-halten, welche daselbst Festungen, wie Alexandrion, angelegt hatten").Eine der Hauptfcstnngen, welche Bar-Kochba wahrscheinlich wiederin Vertheidignngszustand gesetzt hatte, war Tnr-Simon, ohneZweifel nach dem Hasmonäer Simon genannt. Der Name desBefehlshabers von Tur-Simon, Bar-Droma, in einer Sage erhalten,scheint auf einer Thatsache zu beruhen. Anck diese feste Stadt solleine so überaus zahlreiche Bevölkerung gehabt haben, daß an jedemFreitag dreihundert große Körbe mit Broden an Arme vertheiltwurden. Von hier aus soll der Aufstand nach einer Sage den An-fang genommen haben, wegen einer Beleidigung, welche den Ein-wohnern von den Römern widerfahren war. Es war nämlich Sitte,vor dem Brautpaare am Hochzeitstage ein Paar Hausvögel zweierleiGeschlechts -voranzutragen. Als eine römische Truppe eines Tagesdas Hühnerpaar gewaltsam weggenommen hatte, sollen die Inden

') Josephus Leben 43.

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Graetz, Geschichte der Juden. IV. 10