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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

berechenbare Rückwirkungen befürchten ließ. Jede Verstärkung, welcheer zur Bekämpfung derselben nachgeschickt hatte, erlitt Niederlagen,jeder neue Feldherr ließ seinen Ruhm auf den jüdischen Schlacht-feldern. Hadrian war genöthigt, den größten Feldherrn seiner Zeitans weiter Ferne, aus Britanien, wo er den Aufstand einer nichtminder freiheitsliebenden Nation unterdrückt hatte, nach Judäa zu ver-setzen. Julius Severus schien ihm der Einzige zu sein, welcher sichmit dem großen Kriegshelden Bar-Kochba messen könnte. Severns fandaber bei seinem Erscheinen auf dem Kricgsplatz die militärische Stellungder Juden so günstig und unangreifbar, daß er es nicht wagte, ihnensogleich eine Schlacht zu liefern. Der Hanptstützpunkt der Judenin diesem Kriege war die Gegend am Mittelländischen Meere, welchedie Stadt Bethar (Bithcr, Lst-Nar, auch Betarus» zum Mittelpunktehatte. Diese Festung, deren Trümmer noch heute zu sehen sind, lagnur eine römische Meile (ein Viertel geographische Meile) vom Meereentfernt i), vier Meilen südlich von dem Sitze der römischen Statt-halter Cäsarea und zwei und eine halbe Meile nördlich von Antipatris fl.Eine christliche Quelle verlegt Betar fälschlich in die Nähe Jerusalems fl.Ein Küstenflnß, von der Art derer, welche in diesem Landstrich iniSommer zu versiegen pflegen, floß bei oder durch Betar vom BergeZalmon unweit Sichern herab, und führte früher den Namen Kison,zu dieser Zeit aber Joredct ha-Zalmon. Diese befestigte Stadtmuß einen bedeutenden Umfang gehabt haben, wenn man bedenkt, wieviel Menschen sie im letzten Akt dieses Krieges fassen konnte. Siesoll schon vor der Tempelzerstörung eine nicht unbedeutende Stadtgewesen sein, deren Einwohner über den Fall Jerusalems Schaden-freude geäußert hätten, weil sie bei Festreisen öfter von Betrügern derHauptstadt geprellt worden waren. Einer Andeutung zufolge scheintBetar auch ein Synhedrin gehabt zu haben, das aber vielleicht nurein größerer Gerichtshof von drei und zwanzig Mitgliedern gewesensein mag 4).

Außer Betar hatte Bar-Kochba noch mehrere Punkte in Ver-theidigungsznstand gesetzt, welche vermuthlich eigenen Befehlshabernanvcrtrant waren. Im Norden am Fuße des galiläischen Hochlandes,am Eingänge zur großen Ebene Jesreel (Esdrelon oder Bet-Rimon)bildeten drei Städte eine Reihe von Festungen fast in einem Dreiecke

fl UitUn p. 57. a. verglichen mit 1er. ll?g.anit x. 69 Ä. Das. muß esheißen 4 Mill. statt 40, wie Schwarz, Palästina emendirt hat.

2) Uelancls Ug.la.S8tina 416. 419. k.

2) Uussblns bistoria soel. IV. 6.

fl Lz-nbeärill 17 b.