Das Buch Judith.
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Gelage und sie weigert sich nicht, mit ihm allein zu bleiben. Inseiner Freude berauscht sich Olopherncs, fällt in tiefen Schlaf, ansdem er nimmer erwacht. Mit ihrer schwachen Hand schneidet Judith ihmdas Haupt mit einem verborgen gehaltenen Messer ab, verbirgt es inihrem Korbe, verläßt das Gemach und das Lager. Die Wachen, anihre nächtlichen Wanderungen zum Baden im Flusse gewöhnt, lassensie frei ziehen. So gelangt sie bis an die Thore des nahegelegenenBetylna, ruft die Schildwache, ihr die Thore zu öffnen und zeigtzum Erstaunen des Volkes bei grellem Fackellicht das blutende Hauptdes Wütherichs. Die Belagerten fühlen sich dadurch ermnthigt, mitfrühem Morgen einen Ausfall in des Feindes Lager zu machen, unddieses, durch den Tod seines Heerführers cntmnthigt, stäubt aus-einander. Israel ist abermals gerettet, preist seinen Gott und dieHeldin, welche in ihrer Schwäche vollbracht hat, was dem Starkennicht gelungen ist. — Die Jndithschrift oder die Susa-Rolle (NsAiliat Solinsolmiis, wie sie im jüdischen Kreise betitelt istwollte vielleicht den gegen Qnietns aufständischen Juden Palästinasan die Hand geben, wie sie durch Besetzung der Berge und Engpässeund durch Standhaftigkeit den Feind müde machen, und einem mnthigenjüdischen Weibe einen Wink geben, wie sie dem ausschweifenden Wütherichbeikommen konnte, sowie Judith Olophernes' Haupt abgcschnitten. Dasmerkwürdige Buch trägt allzu kenntlich das Gepräge dieser Zeit derDrangsale unter Qnietns an sich, als daß es nicht ans diesem Hinter-gründe hcrvorgegangen sein sollte.
Das jüdische Volk in Judäa wurde indes; ans andere Weise vondem herzlosen Qnietns befreit; er konnte seinen Vcrnichtnngsplannicht durchführen. Der neue Kaiser selbst hemmte seinen Siegeslauf.Hadrian, der mehr Ehrgeiz als kriegerischen Mnth besaß, desseninnerem Wesen mehr der Nimbus kaiserlicher Autorität einer fried-lichen Regierung, als die Anstrengung eines rauhen, mühevollenKriegslebens znsagte, schreckte vor dem Anblick so vieler Aufstände,vor der Aussicht ans so viele langwierige Kriege zurück. Ohnehinneidisch auf den Ruhm seines Vorgängers, für den er nichts empfandund dem der Senat nicht genug Triumphe zu dekretiren wußte undzu schwach, ihm darin gleich zu kommen oder gar ihn zu verdunkeln,ging er zum ersten Male von der hartnäckigen römischen Politik ab,welche, um Alles zu behaupten, Alles wagte; er schlug den Weg derNachgiebigkeit ein. Wie er das parthische Land ganz seinen Fürstenüberließ und sich von jedem Anspruch darauf lossagte, wie er auchden andern im Aufstand begriffenen Provinzen Zugeständnisse machte,ebenso scheint er den Inden, um sie zu beruhigen, ihre scheinbar nn-