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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

schuldigen Wünsche gewährt zu haben. Z» diesen Wünschen gehörtenwohl: die Entfernung des herzlosen Qnietus und die Wieder-herstellung des Tempels. Der allmächtige Feldherr wurde von Hadrianseines Amtes entsetzt. Wiewohl an dieser Entsetzung des KaisersNeid auf diesen ihm überlegenen und bevorzugten Feldherrn undStatthalter einen großen Antheil hatte, so scheint sie auch zu Gunstender Inden geschehen zu sein, um ihre Hauptbeschwerde zu beseitigen.Ehe Qnietus seine Ungnade erfuhr, war er im Begriff, über die zweijüdischen Leiter, Julianns und Pap Pos, welche in seine Händegerathen waren, das Todesnrtheil zu sprechen; in Laodicca sollten siehingerichtet werden. Höhnisch sprach er zu ihnen:Wenn euer Gottso mächtig ist, wie ihr behauptet, so möge er euch ans meiner Handretten" Sie erwiderten ihm:Du bist kaum würdig, daß Gottdeinetwegen ein Wunder thnn sollte, denn Du bist nicht Selbstherrscher,sondern nur Untcrthan eines Höheren." Und im Augenblick, als diezwei Gefangenen zum Märtyrertod geführt werden sollten, traf ausRom der Befehl ein, welcher den Blntrichter von der Statthalterschaftin Judäa .abrief. Qnietus verließ Palästina, den Schauplatz seinerfast zweijährigen Grausamkeit, um kurze Zeit nachher ans Hadrian'sBefehl hingerichtet zu werden. Der Tag der Befreiung Julianns'und Pappos' am zwölften Addar (im Februar 1l8?), wurde als eindenkwürdig-freudiges Ereigniß verewigt; das Synhedrin setzte ihn alsHalbfeiertag in den Kalender ähnlicher Gedenktage unter dem NamenTrajanstag (ckom Nirjanns) ein ^).

Es ist gar nicht daran zu zweifeln, daß die Inden, als sie dieWaffen gestreckt, die Bedingung gestellt haben, den Tempel aufseiner früheren Stätte wieder aufbanen zu dürfen. Eine jüdischeQuelle erzählt diese Thatsache mit deutlichen Worten, und auch christ-liche Nachrichten versichern auf das Bestimmteste, daß die Judenmehrmals versucht haben, den Tempel wieder herzustellen, was sicheben nur auf die ersten Regiernngsjahre Hadrian's beziehen kann.Die Stadt Jerusalem, welche, wenn nicht ganz zerstört, doch zumgroßen Theil verödet war, sollte sich wieder ans dem Trümmerhaufenerheben. Die Aufsicht über den Bau der Stadt soll Hadrian demProselyten Akhlas anvertraut Habens.

Ihr Jubel war nicht gering über die wiedergewonnene Selbst-ständigkeit und namentlich über die Aussicht, wieder einen heiligenMittelpunkt zu besitzen. Ein Jubeljahr war seit der Tempelzerstörungverflossen, gerade so lange als die Zeit zwischen der Einäscherung des

>) S. Note 1^. -) Das.