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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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122 Geschichte der Juden.

Ebene Jesreel (Esdrelom) zugebracht, um sich daran zum fernerenWiderstande aufznraffen.

Der Gang der künstlerisch angelegten Erzählung ist folgenderNebuchadnezar, König der Assyrer in Nincve, will den mächtigenKönig Arphaxad (Arsakes?) von Medien, der sich eine riesigeFestung Ekbatana erbaut, besiegen. Es stehen ihm zwar viele Völker-schaften zur Seite, aber um des Sieges gegen den starken Feind sicherzu sein, fordert er noch andere Nationen zum Beistände auf, auch dieBewohner vom Karmelgebirge, von Gilead, Samaria, Jerusalem undvon Egypten. Aber sie hören nicht auf das Wort des frechenNebuchadnezar. In seinem Zorne schwört er bei seinem Throne,grausige Rache an ihnen zu nehmen, die seinen Befehl gering geachtethaben. Nachdem er Arphaxad besiegt und Ekbatana erobert, sendeter seinen Feldherrn, den zweiten nach ihm, Olophernes, ans,um diejenigen Völker schwer zu züchtigen, die ihn verachtet, wenn siesich nicht vollständig unterwürfen und ihn als Gott anerkennen wollten.Mit einem Heere, unzählig wie der Sand im Meere, zieht Olophernesnach Westen, Alles vor sich niederwerfend, bis er zur Küste desMitteländischen Meeres gelangt. Die Bewohner dieses Küstenstrichesunterwerfen sich ihm ohne die geringste Gegenwehr, und Olophernesreißt ihre Tempel und Haine nieder und glaubt, er werde alleGötter stürzen, damit alle Völker und Stämme Nebuchadnezar alseinen Gott verehren sollten.

Die Söhne Israels und die Bewohner Judäas gerathen in großeFurcht bei der Nachricht von dieser allgemeinen sklavischen Unter-würfigkeit und zittern für Jerusalem und den Tempel, den sie, jüngsterst aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt Z, erbaut hatten.Nichtsdestoweniger rüsten sie sich zum Widerstande; sie sind entschlossen,ihre Heiligthümer nicht schände» zu lassen, und keinen andern Gottanzubeten, als den ihrer Väter. Sie besetzen demzufolge alle An-höhen des Landes, befestigen die Städte und Dörfer und legenMundvorrath hinein. Der Hohepriester der damaligen Zeit, Joakim,faßt den rechten Punkt zur Wehr ius Auge. Wenu der Feind insInnere des Landes eindringen soll, muß er durch die Ebene Jesreel(Esdrelom), und durch einen Engpaß, welcher nur für zwei Menscheneinen Durchgang läßt. Dieser Engpaß liegt nahe bei Betylua(unweit Dotain). Würde dieser von den Bewohnern der Stadt be-setzt werden, so könnten sie das Eindringen des Feindes ins Innere

h Judith 4, S. Ueber Composition des Buches Judith s. Note 14.