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Geschichte der Juden.
zur Wiedervergeltung heransgefordert. Wie Verzweifelte warfen siesich auf das egyptische Gebiet, zerstörten die Kastelle, nahmen die Ein-wohner gefangen und erwiderten Grausamkeit mit Grausamkeit. DieJuden sollen das Fleisch der gefangenen Griechen und Römer gegessen,sich mit ihrem Blute bestrichen und in ihre geschundenen Häute sicheingewickelt haben.
Wenn diese Scheußlichkeit dem jüdischen Charakter und denjüdischen Sitten fremd und unangemessen ist, also übertrieben scheint,so enthält doch die Quelle, welche diese Nachricht erzählt, wiederummanche glaubwürdige Züge. Die Juden zwangen die Griechen undRömer, mit wilden Thieren und gegen einander in der Arena zukämpfen ^). Es war dies die traurige Repressalie für die blutigenSchauspiele, zu denen Vespasian und Titus die gefangenen Indenverurtheilt hatten. In Kyrene sollen 200,000 Griechen und Römervon den Inden erschlagen worden sein, und Lybien, d. h. derKüstenstrich östlich von Egypten, war durch sie so sehr entvölkertworden, daß einige Jahre später neue Colonien dahin geschickt werdenmußten").
Auf der Insel Cypern, wo von jeher viele Inden wohnten undSynagogen besaßen, leitete ein gewisser Artemion die Erhebungder Juden gegen die Römer. Die Zahl der Aufständischen waraußerordentlich groß, wahrscheinlich verstärkt durch unzufriedene heid-nische Einwohner der Insel. Die cyprischen Inden sollen Salamisdie Hauptstadt der Insel, zerstört und 240,000 Griechen umgebrachthaben 2). Trajan, der sich in Babylonien anfhielt, fürchtete die Aus-breitung dieses Aufstandes in hohem Grade und sandte eine Trnppen-macht ab, die im Verhältniß zu der Größe der Gefahr stand. Einemseiner Hauptfeldherrn, Marc ins Turbo, übergab er eine bedeutendeLand- und Seemacht, die hochaufloderndc Kriegsflamme der Inden inEgypten, Kyrene und auf der Insel Cypern zu löschen. In derEnphratgegend, wo die Inden, trotz der Nähe des Kaisers mit einererdrückenden Militairmacht, eine drohende Haltung angenommen hatten,übergab er den Oberbefehl seinem Lieblingsfeldherrn Lucius (oderLnsius, Lysins) Quieins, einem maurischen Fürsten von grausamerGemüthsart, den er zu seinem Nachfolger bestimmt hatte. Wer derAnführer der Juden in Babylonien war, ist nicht bekannt. Ein
') Oio Oassin» 08. 32 Eusebius Kirchengeschichte IV. 2. Vxnian bellumoivils II. 90.
2) Eusebius Chronik aus dem Armenischen II. x. 283 zum 14. JahreHadrians, auch bei Spncellus und Orosius. S. Münther: der jüd. Krieg S. 35.
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