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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Aufstand der Juden in Kyrene und Alexandrien. U5

Trotz des unglücklichen Ausganges jenes Krieges schreckten die Kyre-näischen Inden doch nicht vor einem neuen zurück. Sie hatten einenAnführer, der nach einigen Andreias, nach andern Lncnas hieß(vielleicht war einer dieser Namen symbolischer Natur). Auch dieeghptischen Juden, in früherer Zeit mit treuer Gesinnung den Römernergeben, machten diesmal gemeinschaftliche Sache mit den Aufständischen.Der Anfang glich jedem Volksaufstand ^). Zuerst griffen sie die Nach-barn ihrer Stadt an, tödteten die Römer und Griechen und rächtenden Untergang ihrer Nationalität an ihren nächsten Feinden. Durchden Erfolg ermuthigt, sammelten sie sich in Scharen und nahmen esmit dem römischen Heere und dem römischen Feldherrn Lupus")auf, der die Legionen gegen die Juden führte. In dem ersten Treffensiegte die wilde Begeisterung der Inden über die römische Kriegs-kunst; Lupus wurde znrückgeschlagen. Die Folgen dieses Sieges warenSccnen der Unmenschlichkeit und der Barbarei auf beiden Seiten, dienatürlichen Begleiter eines Racenkrieges, wenn ein uralter, lang in derBrust verschlossener Grimm zum Ansbruch kommt und sich nur durchBlut besänftigen läßt. Die Heiden, die nach der Niederlage desrömischen Heeres die Flucht ergriffen hatten, warfen sich aufAlexandrien, nahmen die jüdischen Einwohner, deren kriegsfähigcJugend bei dem Aufstande war, gefangen und tödteten sie untergrausamen Martern. Die siegende jüdische Schaar sah sich dadurch

(Über die dunklen Anfänge dieses Aufstandes könnte uns wahrscheinlichder Bapvrus Uarlsinisnsio Nr. 68, herausgegeben von Lrunsb äs Ureolskaris 1865, bedeutende Aufschlüsse geben, wenn inan denselben aus seinemtrostlosen Zustande erst zur richtigen Lesung bringen könnte. Wilcken hat imHermes Bd. 27 (1892) x. 464 ff. die Fragmente von Neuem edirt und gründlichbehandelt. Darnach enthalten diese Fragmente einen Bericht über eine zwischendem Kaiser Trajan und einer Abordnung der Juden Alexandriens stattgehabteUnterredung, in welcher die Juden über den Statthalter Lupus Klage führen.Nach Wilcken's Lesung ist ein Jude Namens Paulus der Führer dieser jüdischenAbordnung. Er verliest ein den Judenkönig betreffendes Edikt des StatthaltersLupus, in welchem dieser den Inden befiehlt, daß sie ihm den König, den erals einen Theaterkönig (ann <i«>/»-,/? «nt c« ^,/,'nv verspottet, vorführcn

sollten. Die Juden berühren auch Strahenkrawalle und beklagen sich, daß manLeuts in die Gefängnisse gezerrt und mißhandelt habe. Mit diesemKönig"könnte nur der obengenannte Andreas oder Lucuas gemeint sein, welchen dieJuden nach Luseb. IV, 2 zum Könige ausgerufen hatten. Tie Beschwerdeder Juden hat bei dem Kaiser kein Gehör gefunden. Die Juden Alexandriensscheinen also nicht leichten Herzens zu den alsdann mit großer Erbitterunggeführten Waffen gegriffen zu haben, sondern erst nach erlittenen Mißhand-lungen und nachdem sie mit ihren Beschwerden abgewiesen wurden.)

2) (Nach 6orp. insor. 6raee. (V 4948 war Marcus Rutilius Lupus am24. Mai 116 Statthalter von Aegypten. S. Schürer ds. I 558.)

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