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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

zur Bestätigung der Christuslehre beriefen, weder im hebräischen Texte,noch in der Urgestalt der griechischen Uebersetzung *). Die gnostischenSekten ermangelten auch nicht, Zusätze zu machen, um ihren Lehrendie Autorität des Bibelwortes zu geben. Von der Schule einesgewissen Artemion wird ausdrücklich erwähnt, daß sie die alte griechischeUebersetzung entstellt habe^). Die Juden ihrerseits, über die Ab-änderungen im christlichen Sinne betroffen, änderten nicht minder dengriechischen Text, um jede Beziehung auf Christus zu verwischen. DieSeptuaginta war ein Tummelplatz für heftige Ringer geworden, unddie Spuren des Parteikampfes sind noch theilweise an ihr zu bemerken;sie wurde stellenweise verstümmelt und wimmelte von den verdorbenenLesarten.

Eine gute griechische Uebertragnng der Bibel war aber bei denVorlesungen aus der Thora und den Propheten ein Bedürfniß fürdie griechisch redenden Juden. Es war damals allgemeiner Brauch,die in den Synagogen vorgelesenen Abschnitte aus der Bibel in dieverständliche Landessprache zu verdolmetschen. Von diesen Rücksichtengeleitet, unternahm Akylas, ausgerüstet mit vollkommenem Verständlichdes Hebräischen und Griechischen, eine neue Uebersetzung zu liefern,welche der maßlosen Willkür entgegen arbeiten sollte. Er hielt sichzu diesem Zwecke beim Uebersetzen streng an den hebräischen Original-text, übertrug mit peinlicher Genauigkeit Wort für Wort, ohne Rück-sicht, daß dadurch den griechischen Lesern der Sinn unverständlichbleiben würde. Die Worttreue der akylaischen Uebersetzungsweise,welche sprichwörtlich geworden ist, erstreckte sich bis auf diejenigenPartikeln, welche im Hebräischen einen Doppelsinn zulassen, den erin der Uebertragnng auch nicht verwischen mochte. Er wollte denWortsinn des Hebräischen in dem griechischen Gefäße durchsichtigmachen. Die sklavische Wörtlichkeit seiner Uebersetzung scheint er auchzu Gunsten des Lehrsystems von R. Akiba gebraucht zu haben, welches,wie schon erwähnt, in jedem Worte eine Nebenbedeutung und einenFingerzeig auf die mündliche Ueberliefernng erblickte. Akylas über-arbeitete seine Uebersetzung zum zweiten Male, und die zweite Versionsoll noch genauer den hebräischen Text und den halachischen Midraschwiedergegeben haben. Man nannte diese zweite griechisch Kat' akriboiau(die zutreffende Seine vollendete Uebersetzung legte er R. Elieser,R. Josua und R. Akiba vor, und sie konnten nicht umhin, ihn fürseine Leistung zu loben; sie versprachen sich von derselben einen

st OrIZ'ene8 sinstola -4krivannia und eowinsnt. in Zlattbaonm Uiera-n;'mus proloZms Kalsatns.

st Ln8sdins bi8toria eools8 V. 28. st Siehe Note 13.