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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Der Proselyte Akylas.

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Der Stolz des Judenthums wcir der Proselyte Akylas s^cxnilaU)Oukslos nach der aramäischen Aussprache^, welcher Epoche iu derjüdischen Geschichte macht. Er stammte aus der Landschaft Poutus,wo er reiche Besitzungen hatte; die Sage machte ihn gar zu einemVerwandten des Kaisers Hadrian, wofür aber die Geschichte keinenAnhaltspunkt hat. Mit Kenntniß der griechischen Sprache und mitphilosophischem Wissen vertraut, verließ Akylas im reifen Alter denheidnischen Cultus, um sich den Heidenchristen auzuschließen, welchesich eines solchen Anhängers triumphirend rühmten. Doch gab erauch das Christenthum ans, um es mit dem Judenthume zu ver-tauschen. Dieser Austritt kränkte die Christen eben so sehr, wieeine frühere Bekehrung sie mit Freuden erfüllt hatte, und sie ver-breiteten einen üblen Ruf von ihm. Bald soll Akylas von derChristengemeinde ausgestoßen worden sein, weil er sich mit Astrologiebeschäftigt hätte, bald soll er aus Liebe zu einem jüdischen Mädchendem Judenthum beigetreten sein. Als Jude verkehrte Akylas mitden Haupttana'iten: mit R. Gamaliel, Elieser und Josua und be-sonders mit R. Akiba, dessen Zuhörer er wurde. Des LetzterenLehrsystem scheint ans Akylas' Geistesrichtung nicht ohne Einflußgewesen zu sein. Der Proselyte aus Pontus lebte sich so sehr indas Judenthum hinein, daß er zum Bunde der Genossen gehörte undeinen noch viel höheren Grad levitischer Reinheit beobachtete alsder Patriarch. Als er nach dem Tode seines Vaters die Hinter-lassenschaft mit seinen Brüdern theilte, mochte er für den Werth derGötzenbilder, welche seinen Brüdern zugefallen waren, nicht einmaldas Aequivalent annehmeu, sondern warf es ins todte Meer zurVernichtung.

Berühmt machte sich Akylas durch seine neue griechische Ueber-setzung der heiligen Schrift. Die Willkür, mit welcher die Christendie ältere griechische Uebersetzung behandelten, scheint ihm das Be-dürfniß nach einer einfachen, unveränderbaren Uebersetzung fühlbargemacht zu haben. Da auch die Christen beim Gottesdienste dieheilige Schrift lasen und zwar iu der alexandrinischen Uebersetzungder sogenannten Siebziger sLsptuaginta), so lag ihnen viel daran, indiesem Texte recht viel Andeutungen und Beziehungen auf Christushervorkehren zu können. Sie änderten daher manche Stellen ab undfügten hinzu, wie sie es brauchten, um in dem für heilig gehaltenengriechischen Texte bewährende Prophezeiungen auf Christus zu haben.Man findet daher manche Stelle, auf welche sich die Kirchenlehrer

h Siehe Note 13.