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Geschichte der Juden.
„Glaubensverwandten allein die rechten Wege zu weisen,
„Und zum labenden Quell nur Beschnittene freundlich zu führen.
„Schuld des Vaters allein; den siebenten Tag der Trägheit„Weihend, scheut von des Lebens Geschäften er auch das Kleinstes.
Von einer Proselytin wird erzählt, daß sie mit ihrem ganzenSklavengefolge zum Judenthum überging; einige Sklaven hatten dieProselytentaufe von ihrer Gebieterin empfangen und erhielten dadurchauf R. Gamaliels Ausspruch die Freiheit, weil ihre Herrin in jenemAugenblick noch im Stande des Heidenthums war, und ihr Anrechthiermit auf die, eben Inden gewordenen Sklaven verloren habe. DerName dieser Proselytin lautete wahrscheinlich Veturia, kommtjedoch in der verstümmelten Form Veruzia oder gar Belnrit vor ^). Siescheint in der heiligen Schrift gut unterrichtet gewesen zu sein; dennsie unterhielt sich mit R. Gamaliel über einige Widersprüche in der-selben^). Vielleicht ist es dieselbe Proselytin Paulla Veturia, derenGrabstein man in Rom aufgefnnden hat. Diese hatte sich im höherenAlter zum Jndenthnm bekannt und lebte als Jüdin unter dem NamenSara noch sechzehn Jahre. Auf ihrem Grabstein wird sie Mutterder Synagogen vom Campus und Volumnus genannt, welchewahrscheinlich von ihr erbaut worden waren Indessen darf nichtverschwiegen werden, daß maßloser Aberglaube der Römer und ihreüberspannte Vorliebe für fremde Cnlte an der Anhänglichkeit anjüdische Bräuche ebensoviel Antheil hatte, als der sittliche Einfluß desJudenthums. Wie sich die entarteten und entnervten Römer zu demJsistempel drängten, so mögen sie auch die Synagogen ausgesuchthaben, um Orakel über ihre Zukunft zu erfahren. Man hielt inRom die Juden für gute Traumdenter, und die sittenlosen römischenFrauen suchten die jüdischen Bettler ans, um sich von ihnen wahr-sagen zu lassen ö). Gleichwohl ist cs eine unbestreitbare Thatsache,daß das Jndenthnm selbst im Kreise der römischen WürdenträgerAnhänger gefunden hat. Es ist außer Zweifel, daß ein Bluts-verwandter des Tempelzerstörers Titus, Mitkonsnl des KaisersDomitian, wenn nicht Proselyt, doch gewiß ein warmer Freund derJuden gewesen war; sein Name war Flavins Clemens. Er undseine Gattin Flavia Domitilla haben später schwer dafür gebüßt").
*) cknvsual Latz-ra XIV. V. 96—166.
") Urmsebst Osrim. In der von Kirchheim besorgten Ausgabe (Frankfurta. M. bei Kaufmann 1851) steht Lsrrmia, in der altern Ausgabe Lslurit.
2) Hosoli da-Lebanab. 17 b.
ch Siehe Levy, im Jahrbuche des Literaturvereins II, S. 311.
5) .Invsnal Latzn-a VI. V. 541—546. °) Siehe Note 12.