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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Mann hat, und er läßt es ihm gefallen, bei ihr zu wohnen, diescheide sich nicht von ihm"*).So aber Jemand von den Un-gläubigen euch ladet, und ihr wollt hingehen, so esset Alles, waseuch vorgetragen wird, und forschet nicht (ob es Götzenopfer sei).So aber Jemand würde zu euch sagen, das ist Götzenopfer, so essetnicht um deß willen, der es anzeigt, auf daß ihr des Gewissens ver-schonet" 2).

Nicht so das Judenthum; es hatte keine bekehrnngseifrigen, über-redungsfertigen Apostel, im Gegentheil, es wies die zum UebertrittGeneigten mit Hinweisung auf die schwere Praxis, der sie sich unter-ziehen müßten, geradezu ab^). Jüdische Proselyten hatten unendlicheSchwierigkeiten zu überwinden, wenn sie sich zu diesem Schritte ent-schlossen. Abgesehen von der Operation der Beschneidung, mußtensie sich von ihrem Familienkreise trennen und sich von ihren Jugend-freunden in Speise und Trank, in alltäglichem Lebensverkehr ab-sondern. So lange noch die Politische Selbständigkeit der Indenbestand, bot der Uebertritt zum Judeuthume doch etwas, was einiger-maßen für das Aufgeben liebgewordener Gewohnheiten entschädigenkonnte, damals war das Erscheinen von Proselyten erklärlich. Abernach der Zerstörung fanden sie nur drückende Ausnahmegesetze, welchesie mit ihren neuen Glaubensgenossen zu theilen hatten. Es bleibtdemnach eine höchst merkwürdige Thatsache, daß sich Beispielevon Bekehrung der Heiden zum Judeuthume im Morgenlaude, Kleiu-asieu und am häufigsten in Rom während des halben Jahrhundertsnach dem Untergang des jüdischen Staates finden.

Die Zahl der Proselyten muß nicht unbedeutend gewesen sein,da die jüdische Gesetzgebung sich mit Halachas rücksichtlich derselbenbeschäftigt hat. Es wurde ein Gesetz erlassen, daß Proselyten inErmangelung des Tempels eine Geldsumme zum Ankäufe des pflicht-mäßigen Opfers weihend bei Seite legen sollten für den Fall, daßder Tempel wieder hergestellt werden würde^). Jüdische Neubckehrtemußten nämlich ihren Eintritt durch Beschneiduug, Taufe und einSündeuopfer bethätigen^). Es kamen ferner Fragen vor, ob manAmmoniter ohne weiteres aufnehmen sollte, oder ob das biblischeVerbot noch bestände, daß Moabiter und Ammoniter nie zur Gottes-

i) 1. Korintherbrief 7. 12. ff. Das. 10. 27. ff.

°) llsbaiuod 47. u. Was der Vers Matthäus 23. 15. zu bedeuten hat,welcher Jesus in den Mund gelegt wird:Wehe euch Schriftgelehrten, die ihrMeer und Land durchstreichet, um einen ^Proselyten (oder Einen zumProselyten zu machen), ist noch dunkel.

ch Lsritot 8. b. k. b) Daselbst.