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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Proselyten.

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die Zukunft. Den Tanaitcn dieses Zeitalters gebührt das Verdienst,daß sie in ihrer Zeit, wie die Propheten in der götzendienerischenUmgebung, das Jndenthnm vor Verfälschung und Verflüchtigungdurch hereinbrechende Irrlehren geschützt haben. Indem sie, demTriebe-der Selbsterhaltnng folgend, einerseits die jndenchristlichenSekten aus der jüdischen Gemeinschaft ausschlossen, andrerseits derBerührung mit deren Theorien den Weg versperrten, kräftigten siedas Jndenthnm und rüstete» es mit einer unverwüstlichen Wider-standskraft aus, den Stürmen, welche so viele Jahrhunderte hindurchvon vielen Seiten über dasselbe hereinbrachen, nicht zu erliegen.

Durch die Kräftigung und Conzentrirnng war das Jndenthnmim Stande, auch nach außen hin einen nicht ganz unbeträchtlichenEinfluß zu üben. War das, aus unscheinbaren Elementen hervor-gegangene Christenthum nicht wenig stolz darauf, in kaum zweiMenschenaltern einen so massenhaften Anhang unter den Heiden ge-funden zu haben, welche durch die Aufnahme der neuen Lehre ihreNarionalgötter mit einem unbekannten Gotte vertauschten, so hattedas Jndenthnm weit mehr Grund, sich darauf zu Gute zu ihn»,daß auch ihm Bekenner ans dem Heidenthnme znfielen. Ohnehingebührte ja ein großer Theil des Sieges, welchen das Christenthnmüber die Heidenwelt errang, der jüdischen Religion, deren Grund-wahrheiten und Sittenlehre bei den Bekehrungen der Heiden oft denAusschlag gaben. Kämpften doch die heidenbekehrenden Apostel nuraus dem Bewußtsein des Judenthums heraus gegen die mythologischeVerkehrtheit der Griechen und Römer und bedienten sich hierbei destreffenden Spottes, welchen die Propheten gegen den Götzendienst,die daraus erwachsende Sittenlosigkeit und Trostlosigkeit mit so ein-schneidender Schärfe gerichtet hatten. Aber das Jndenthnm feierteans selbständige Weise seine Triumphe über das Heidenthum, welcheum so glänzender erscheinen, wenn man bedenkt, daß ihm alle Mittelund Vortheile abgingen, welche den Uebertritt der Heiden zur Christus-lehre so sehr erleichterten. Das Christenthnm schickte seine eifrigenSendboten aus, die, nach Paulus Beispiel, durch Beredsamkeit undangebliche Wunderkuren zum Uebertritte verlockten. Es legte denNeubekehrten keine schweren Pflichten auf, ja es war nachsichtig genug,ihnen ihre alte Lebensgewohnheit und theilweise auch ihre alte An-schauungsweise zu lassen, ohne sie aus dem Kreise der Familie, derVerwandtschaft und des liebgewonnenen Umganges zu reißen. Eslehrte sie geradezu:So ein Bruder ein ungläubig (heidnisches)Weib hat, und dieselbige läßt es ihr gefallen, bei ihm zu wohnen,der scheide sich nicht von ihr. Und so ein Weib einen ungläubigen