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Geschichte der Juden.
der Heilmittel von Christen bestand nicht einmal in Betreff der Heiden;man befürchtete, wie ausdrücklich erwähnt wird, von der Zulassungderselben einen verführerischen Einfluß auf die nrtheilsunfähige Menge Z.Außerdem wurde in das tägliche Gebet eine Verwünschungsformelgegen die Minäer und Angeber eingefügt (sie führte den NamenBirchat ha-Minim). Der Patriarch R. Gamaliel hatte dieAbfassung derselben Samuel dem jüngern aufgetragen. DieserUmstand bestätigt die Vermuthnng, daß auch die andern Maßregelngegen die Judenchristen, wenn sie auch nicht direkt vom Patriarchenansgcgangen waren, doch seine Billigung erhalten hatten. Die Ver-wünschnngsformel scheint übrigens eine Art Gesinnnngsprüfung gewesenzu sein, um diejenigen zu erkennen, welche heimlich dem Juden-christenthnme anhingen. Denn es wurde dabei bestimmt, wer sie oderden Wunsch zur Wiederherstellung des jüdischen Staates beim öffent-lichen Vorbeten verschweige, solle vom Betpulte hinweggewiesen werden").Alle Beschlüsse gegen die jndenchristlichen Sekten ließ das Synhedrindurch Sendschreiben an Gemeinden bekannt machen ^). Von christlicherSeite ist in Folge dessen den Inden zum Vorwurf gemacht worden,als wenn sie dreimal des Tages, d. h. in dem Morgen-, Mittags- undAbendgebet, Christus verfluchten^). Indessen ist dieser Vorwurf ebenso ungerecht, wie vieles gegen die Inden Vorgebrachte und beruhtauf einem Mißverständnisse. Nicht der Person des christlichenReligionsstifters, nicht einmal sämmtlichen Christen galt die Ver-wünschungsformel im Gebete, sondern lediglich den Minäern, wo-runter, wie schon erwähnt, sämmtliche dem Christenthnm zugefallenen,dem Judenthnme abtrünnig gewordenen Juden begriffen waren,die sich von ihrem Hasse gegen ihre Stammgenossen zu Angebereienbei den römischen Behörden Hinreißen ließen. Die Heidenchristendagegen lagen außer dem Bereiche der jüdischen Gesetzgebung. In-dessen mochten sich die Nazaräer und die andern dem Judenthnmeabgeneigten Sekten von diesen Ausschließungsmaßregeln nicht so sehrempfindlich getroffen gefühlt haben, da sie sich ja ihrerseits von demjüdischen Verbände losgesagt hatten. Judenthnm und Christenthumstießen sich also gegenseitig ab und behandelten einander mil derselbenFeindseligkeit, die sie beide gegen das Heidenthum empfanden. Jemehr sich das Christenthnm von seinem Ursprünge entfernte, destomehr vergaß es oder machte sich vergessen, nicht nur woher esgekommen war, sondern auch von wem es den wesentlichsten Theil
^ losit'ta Obnlia 0. 2. ^.bocla Lara 17. a. 27. b. .Instin. UlsloA enm'Ii^xbons e. 38. Obnlia 13. s.. b.
2) Siehe Note I I. » lasrin das., 17. Z Note I I.