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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Gnostische Theorien.

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auch Severianer und Eukratiteu (von dein griechischen Worte, enthaltsam). Als Hauptträger dieser Richtung nennt manSaturnin, Marcion, Tatian und Bardesanes. Das Mönchslebeu unddie Ehelosigkeit der christlichen Priester waren die späteren Folgendieser Lehre.

Eine entgegengesetzte Richtung, obwohl von denselben Grund-gedanken ausgehend, lehrte die bodenloseste Sittenlosigkeit. Die Er-kenntnis) sei das Höchste, stellt diese Schule ebenfalls ans, folgerteaber daraus, daß alles irdische Treiben gleichgültig, an sich wedergut, noch schlecht sei. Der sittliche Unterschied von guten und bösenHandlungen habe für den Gnostiker keinen Sinn, nur Gedanken undGesinnungen seien diesem Unterschiede unterworfen. Dieser Grundsatzfindet sich bei den Schöpfern dieser Schule, Carpokrates und seinemSohn Epiphaues deutlich ausgesprochen:Außer der höhern Erkenntniß,"so lehrten sie,ist alles Uebrige gleichgültig; nur nach der Meinungder Menschen ist das Eine gut, das Andere schlecht, von Natur abergiebt es nichts Schlechtes"). Einstimmig berichten jüdische undchristliche Quellen, daß die Anhänger dieser Theorie Uukeuschheit,wilden Geschlechtsumgang, Gemeinschaft der Frauen, sogar blut-schänderische Umarmungen gelehrt und geübt hätten. Der Schimpf-name für diese gnostische Schule war Nikolaiteu oder Bala-miten. von dein Zauberer Balam (hellenisirt dkikoluos), welcherden Moabitern gerathen, die Israeliten durch Franeureiz zum Götzen-dienste zu verlocken. Christlicherseits erzählte man sich von Nikolaus,dem angeblichen Stifter der Nikolaiteu Folgendes: Als er einst vonden Aposteln wegen allznheftiger Eifersucht gegen seine Frau getadeltwurde, habe er sie Jedermann preisgegeben, und durch dieses Beispielhätten seine Schüler sich allen fleischlichen Lüsten ergeben^). DieApokalypse macht der kleinasiatischen Gemeinde von Pergamus denVorwurf, daß sich Mitglieder unter ihnen befinden,die an der LehreBalam halten, welche lehre, durch den Balak ein Aergerniß zu gebenvor den Kindern Israel, zu essen der Götzen Opfer und Unzucht zutreiben. Also hast du auch die an der Lehre der Nikolaiteu halten,welche ich hasse" Jüdischerseits wird von einem Schüler R. Jo-nathans erzählt, der in die Gemeinschaft einer solchen Sekte gerathenwar. Als sein Lehrer ihn anfsuchte, fand er die Sektirer, welcheans Inden bestanden, mit einem Mädchen beschäftigt; sie forderten ihnauf,der Braut den Liebesdienst" zu erweisen. Mit Entrüstungfragte er sie:und so etwas darf unter Inden Vorkommen?" Darauf

fl Olsmsn» ^lsxanür. das. p. 312, 514.

fl Das. III, 43l>. fl Offenbarung Johannis 2. 14. ff.