Gnostiker.
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Valentinus, Wohl Juden der Abstammung nach; ferner desletzteren Schüler Markos und Bardesanes, ersterer ein Jude,letzterer ein Christ ans der Euphratgegend; dann Korinth, Kerdonmit seinem sophistischen Schüler Marcivn, endlich Karpocrates,der fleischliche Kommunist und Tatian, der Urheber strenger Ent-haltsamkeit, der Vorläufer der Mönche.
Fast jeder der hier genannten und viele ungenannte Gnostikerhatten eine eigene Richtung, eine originelle Seite, welche nach demNamen ihres Urhebers benannt wurde. Man hört daher aus jenerZeit eine so unzählige Menge von Sektennamen erklingen, daß mansich beinahe wundert, wo sie denn alle ihre Anhänger hergenommenhaben. Die geläufigsten Namen waren: Basilidianer, Valentinianer,Karpokratianer, Marcioniten; Andere leiteten ihre Benennung vondem Inhalte einer Hanptrichtung ab, wie die Balamiten, Nicolaitenund Enkraiten, deren Bedeutung weiter unten entwickelt werden soll.Einige gnostische Sekten veranschaulichen die ganze Wunderlichkeit undSeltsamkeit dieser Zeitrichtnng. Eine Sekte nannte sich z. B. Kai-niten, ans keinem anderen Grunde, als weil die Anhänger derselbenden Brudermörder Kain, der biblischen Erzählung zum Trotz, höherachteten als das Opfer Abels. Auch die entarteten Sodomiter, denwilden Esan, den ehrgeizigen Aufwiegler Kohra brachten die Kanntenzu Ehren und behaupteten, Kain und seine Ebenbilder seien aus einerhöheren, mächtigeren Kraft entsprungen, als Abel und andere Lieb-linge der Bibel. Es ist überhaupt den Sektirern eigen — undwiederholte sich zu verschiedenen Zeiten — gerade diejenigen geschicht-lichen Figuren i» Schntz zu nehmen, welche bei ihren Gegnern miß-liebig und verrufen sind, und Wiederuin gegen diejenigen eine feind-liche Stimmung zu hegen, welche andrerseits als Vorbilder dastehen. —Von demselben Widerspruchsgeiste gegen die Darstellung der Bibelwaren auch die Ophiten oder Naasiteu^) beseelt, nur daß siefür ihr Verhalten einen bessern Grund anzngeben wußten. Sie hattenihren Namen von dem griechischen Worte Ophis und dem hebräischenNachasch (dlaas, Schlange), und sollen diesem Thiere eine hohe Ver-ehrung zugewendet haben, weil die Schlange in der Bibel alsUrheberin der ersten Sünde gilt und in der Anschauung jener Zeit als dasUrbild des Uebels, als die Hülle des Satans angesehen wurde. DieOphiten wußten es der Schlange Dank, daß sie das erste Meuschen-paar zum Ungehorsam gegen Gott verleitet hatte, indem dadurch dieErkenntniß des Guten und Bösen, das Bewußtsein überhaupt, geweckt
fl Von Schlange abgeleitet.