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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

tenzen in den Mund, nicht wie er sie gehalten, sondern wie sie ihrereigenen Ansicht entsprachen, günstig für das Gesetz des Judenthumsund für die Inden von Seiten der Ebioniten, feindlich und gehässiggegen beide von Seiten der Paulinischen oder Heidenchristen. DieEvangelien waren ebenfalls Parteischriften.

Die Spaltung zwischen Ebioniten und Heidenchristen beschränktesich aber keineswegs ans Glanbensmeinungen und Dogmen: obJesus ein hehrer Messias oder Gottes Sohn gewesen, ob das Gesetzdes Judenthnms aufgehoben sei oder noch Gültigkeit habe, sondernhatte auch einen politischen Hintergrund. Die Judenchristen haßtenRom, die Römer, die Kaiser und ihre feilen Beamten nicht wenigerals die Inden. Einer ihrer Propheten, der die erste christlicheOffenbarung verfaßt hat (angeblich Johannes, eine Nachbildungder Danielischen Visionen) athmete glühenden Ingrimm gegen dieSiebenhügelstadt, die große Hure Babylon. . .Ich sah das Weib(mit welcher gebuhlt haben die Könige auf Erden) sitzen auf einemHellen Thiere, voll von Namen der Gotteslästerung, mit siebenKöpfen und zehn Hörnern. Es hatte einen Becher in der Handvoll Gräuels und Unreinheit seiner Buhlerei, und auf ihrer Stirngeschrieben: Geheimniß. Das große Babylon, die Mutter der Un-züchtigkeit und Gräuel. Ich sah das Weib trunken vom Blute derHeiligen und vom Blute der Blutzeugen Jesu." Alles Unheil derWelt, alle grausige Verwüstung und Plage, alle Schmach und De-müthignng verkündet und wünscht diese erste christlicheOffenbarung"dem sündhaften Rom^), ohne zu ahnen, daß sie einst die Welthaupt-stadt der Christenheit werden sollte. Dagegen empfahl das PaulinischeChristenthnm nicht nur die Unterwerfung unter die römische Macht,sondern erklärte sie noch dazu als von Gott eingesetzt.Jede Personsoll sich den herrschenden Gewalten unterwerfen; denn es giebt keineMacht, die nicht von Gott wäre: sie ist von Gott angeordnet. Weralso der (römischen) Gewalt widersteht, der widersetzt sich GottesOrdnung" 2). Diese christliche Partei ermahnte fortwährend ohnejenes Bedauern, welches die vom Freiheitsgefühl beseelten Stamm-et Ich kann mich mit der Annahme, welche auch die koptische Schuleadoptirt, daß die Apokalypse vor der Tempelzerstörung verfaßt worden sei, etwawährend der Regierung des ephemeren Kaisers Vitellius um 68, nicht befreunden,wenn auch die Zahl der Oberhäupter oder Kaiser 17, V fg. dafür zu sprechenscheint, aber doch nicht ganz stimmt. Sie setzt die Zerstörung voraus, daein neues Jerusalem vom Himmel herab fahren soll, und hat auch eineanhaltendere Christenverfolgun g zum Hintergrunds, als die unterNero war.

2) Römerbrief 13 Anf.