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Geschichte der Juden.
Auffassung seines Wesens und in dem religiösen Thun weit aus-einander gingen, herrschte eine gegenseitige Spannung und Ab-neigung, welche mit der Zeit sich immer mehr erbitterte. Paulus,seine Jünger und die auch von ihnen auf Verachtung des Gesetzesgegründeten Gemeinden wurden von den Judenchristen ingrimmig gehaßt.Sie konnten nicht genug Schmähungen und Verunglimpfungen gegenden Apostel „der Vorhaut", auch lange nach dessen Tode hänfen,weil er Jrrthümer verbreitet und das Christenthum gegen Sinn undAbsicht seines Stifters gelehrt habe. Mit einer Art Bewunderungvor der Einheit und Emmüthigkeit, welche innerhalb der vom jam-nensischen Synhedrin geleiteten Jndenheit herrschte, im Gegensatz znder Zerfahrenheit innerhalb der christlichen Gemeinde, schrieb einerder jndenchristlichen Partei: „Die überall wohnenden (jüdischen)
Stammgenosscn befolgen (bis auf den heutigen Tag) dasselbe Gesetzvon der Einheit Gottes und der Lebensweise, und können auch keines-wegs eine abweichende Ansicht haben oder von dem Sinn der viel-deutigen Schrift abgeführt werden. Denn nur nach einer überliefertenRegel versuchen sie das nicht Stimmende in der Schrift nmzn-deuten .... Deswegen gestatten sie keinem zu lehren, der nichtvorher gelernt hätte, wie er die heiligen Schriften behandeln soll.Darum ist bei ihnen ein Gott, ein Gesetz, eine Hoffnung . . .Wenn solches nicht bei uns anch geschehe, so wird unser Wort derWahrheit in viele Meinungen zerklüftet werden. Das weiß ich nichtals Prophet, sondern weil ich die Wurzel des Nebels sehe. DennEinige von den Heiden haben meine mit dem Gesetze überein-stimmende Verkündigung verworfen, indem sie der gesetzlosen undpossenhaften Lehre eines feindlichen Menschen (Paulus) folgten."Diese Worte werden dem zweiten Hauptapostel, Simon Kephas(Petrus) in den Mund gelegt*). — Doch die Jndenchristen nanntennicht bloß Paulus Verkündigungen und Belehrungen, auf die er sichso viel zu gute that, gesetzwidrig und possenhaft, sondern gaben ihmauch einen Spitznamen, der ihn und seinen ganzen Anhang brand-marken sollte. Simon Magus nannten sie ihn, einen halb-jüdischen (samaritischen) Zauberer, welcher alle Welt mit seinen Wortenbezaubert habe. Er sei zwar anch getauft gewesen, habe aber dasApostelamt nicht von Jesu Nachfolgern durch den heiligen Geist em-pfangen, sondern habe es sich durch Geldspenden (für die ebionitischeGemeinde) erkaufen wollen. Es sei ihm aber nicht nur rundwegabgeschlagen worden, sondern Simon Petrus habe die Verdammniß
D Olemontis üoinillas sä. Drossel. Anfang.