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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Die Hcidenchristen.

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cm Jesus gewonnen worden worein Diese Religionspartei hatte eineganz andere Anffassnngsweise vom Christenthnm. Da für die Heiden-welt ein erlösender Messias, in der Sprache der Propheten SohnGottes genannt, ein ganz unbekannter Begriff war und der SohnDavids sie auch nicht begeistern konnte, so verdollmetschtcn sie sichdiese Thatsache in ihre Denkweise als einen wirklichen Gottes-sohn, dessen Borstellung den Heiden eben so geläufig war, als sieden Inden fremd und anstößig erscheinen mußte. War der BegriffGottessohn einmal ausgenommen, so mußten nothwendig alle diejenigenErscheinungen und Borgänge ans dem Leben Jesu beseitigt werden,welche ihm als Menschen anhafteten. Die natürliche Geburt vonEltern war den Heiden zumeist anstößig, und wie von selbst schlichsich der verklärende Zug ein, dieser Gottessohn sei von einer Jung-frau durch den heiligen Geist geboren. Der erste wesentliche Differenz-Punkt zwischen Ebioniten und Heidenchristen betraf demnach dieAnsicht über das Wesen Jesu: die Einen verehrten ihn als SohnDavids, die Andern beteten ihn als Gottessohn an. Der zweitePunkt drehte sich um die Gültigkeit der gesetzlichen Theile des Juden-thnnis; die Heidenchristcn verwarfen nach Paulus Beispiel Be-schneidnng, Speisegesetze, Sabbat und Festfeier, behielten also vomJudenthum nur die Sittenlehre, die Anerkennung der Thora und derPropheten als heilige Schriften und die eigenthümliche Vorstellungs-weise bei, welche sich ans der Bekanntschaft mit den Dokumentendes Judenthnms von selbst mittheiltc. Ans die Gütergemeinschaftund Verachtung des Reichthnms, den wesentlichsten Zweck des ebio-nitischen Christenthnms, legte die heidenchristliche Partei wenig Ge-wicht, indem ja auch ihre Autorität Paulus dieses nur für eineNebensache angesehen hatte und erst nachdrücklichst von den Juden-aposteln ermahnt werden mußteder Armen zu gedenken" ff. DieHeidcnchristen führten den Namen Hellenen, weil die ersten Be-kenner Griechen waren. Sie hatten ihren Hanptsitz in Kleinasien,namentlich in den sieben Städten Ephesus, Smyrna, Pergamus,Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodicea, welche in der sym-bolischen Sprache der damaligen Zeitdie sieben Sterne und diesieben goldenen Leuchter" genannt wurden ff. Ephesus war dasHaupt dieser heidcnchristlichen Gemeinden; außerdem waren sie aberauch in Griechenland, Maccdonien, Thessalien und anderwärts sehr ver-breitet. Zwischen den ebionitischen und hellenischen Gemeinden, dieeigentlich nur den Namen des Stifters gemeinsam hatten, hingegen in derff Galaterbrief 2. 10.ff Offenbarung Johannis I. II ff