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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

verwirke hiermit seine Seligkeit oder seinen Antheil cm der zukünftigenWelt (Olam du Ln), selbst wenn er unterrichtet im Gesetze sei undeinen frommen Lebenswandel führe. Einige waren sogar der Ansicht,das; eine nochmalige Beschneidnng nothwendig wäre*).

Nun traten Paulus, seine Jünger Thimothens, Titus undAndere, wie überhaupt seine Schule auf und lehrten, die Beschneidung

>) Diesen Punkt muß ich in ein helleres Licht setzen, da er ein kritischesMoment abgiebt. In der oft citirten Stelle Lnstcm's (Domitian o. 12) giebtdie schon von Casaubonus festgehaltene Lesart das richtige Verständnis;:Draslsr ccstsros Inllai'cus tiscns acsrbissims actus sst, all gnsm llsksrsbanturgui uel llullaicam intra urbsm viverent vitam, vsl llissimulata

orig'ins, irnposita §enti tributa non pspsnäisssnb. Sie empfiehlt sich vielbesser als jene: vslnti proksssi oder gar ml r,-rz'o/sssl; vsl nti prolsssibildet einen Gegensatz zu llissimulata oriZins. Zur jüdischen Rentenkammerwurden geführt sei es diejenigen, welche offen bekennend, jüdisch lebten, sei esdiejenigen, welche ihre Abstammung verleugneten. Das Beispiel, welches Lnstonweiter aufführt: Intsrkuisss ms aäolsscentulum msmini, cum a procurators,tregusntissimocius concilio inspicsrstur nonaKsuarius ssnsx, an circumssctussssst, soll die acsrbitas, die rücksichtslose Strenge erhärten. Es ist möglich,daß hier auch von Christen dis Rede ist, aber nothwendig nicht, wofür diskirchenhistorischen Handbücher die Stelle anzuführen pflegen. Juden habengewiß auch, so weit es ging, ihre Abstammung verheimlicht, um dem »ü-m?rm,' dem Leibzoll, zu entgehen. Das folgt aus der andern Thatsache,

aus der Anwendung des Epiplasmos. Wozu hätten ihn die Juden eingeführt,wenn nicht, um von dem Zoll befreit zu sein? Dieses Factum ist constatirtdurch Dosikta Labbat c. 16: bus'cr p-w (nbixs) 'omn

mo v.m ns'ns vo's 172 .piso

.1M2N NN ISN M'NS NN NQ1N: . o'llps NN2 :i>'sni Auch citirt in llsbamot

р. 72 a; llerus. das. VIII. p. 9. a. Labbat XIX. p. 17 a. Osussis Labba

с. 16). Daraus folgt, daß Viele, die sich ein künstliches prceputium angebracht

hatten, sich erst zu Bar-Kochba's Zeit wieder beschnitten haben. Sie hattenalso vorher in Trajans und Domitians Zeit den Epiplasmos angewendet. Auchdie Sentenz des Elsasar Modal spielt darauf an (Xbot III, 15j: bc in-w ns:snZerstören :nsn pi:n ib pn o'Vpvi nn:n -s i-p ->n irsn onnsn

oder Aufheben des Bundes ist nichts anderes als Epiplasmos. Vergl. denVers im ersten Äorintherbrief 7, 18: r-s / L/rLa7raatll'-.

Schwerlich hat sich Jemand aus bloßer Laune oder gar aus rabiatem Eiferwider das Gesetz der nicht ganz schmerzlosen Operation unterzogen. Vielmehrscheint es der Bescheid auf eine schwebende Frage zu sein, ob sich Judenchristen,welche die Beschneidung nicht mehr so hoch stellen, das prsspntinm anschaffendürfen, um nicht dem Discns.Inäai'cus zu verfallen; die Antwort lautet: Nein,wer beschnitten berufen, mache sich nicht wieder unbeschnitten; wer in der Vor-haut berufen, beschneide sich nicht. Es ist der Rath eines milden Pauliners,der nicht sogleich aus der Haut fuhr, wenn er die Satzungen des Judenthumsbefolgt sah. Seine Milde, die nichts von Paulus' Säure hatte, zeigt sich auchin seinem Rathe in Betreff des Genußes der Götzenopfer lO, 15 28. Auchdie Anspielung auf die Gnosis beweist, daß diese Epistel nicht von Paulus ist.