Der tanaitische Lehrerkreis.
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Geld- oder gor Leibesstrafe verhängen, wenn sie nicht ausdrücklich inder Schrift ausgesprochen ist, noch aus einem blos gefolgerten Gesetzeweitergehende Folgerungen ziehen ft. Man wird aus diesen wenigenZügen die Theorie eines erleuchteten Geistes erkennen, welcher dieAufgabe, die ihm als Ausleger des Gesetzes oblag, mit gewissenhafterVorsicht zu lösen trachtete. R. Jsmael hatte ebenfalls seine eigeneSchule, welche unter dem Namen Bet-Rabbi Jsmael bekannt ist;in dieser entwickelte er besonders die Regeln, deren man sich bei derAuslegung und Anwendung des geschriebenen Gesetzes zu bedienenhat. Er erweiterte die sieben Hillelschen Deutungsformeln in drei-zehn, indem er eine derselben in mehrere Unterabtheilungen zerlegte,eine andere verwarf und eine ganz neue seinerseits hinzufügteDie dreizehn Folgernngsregeln R. Jsmaels sind als vollständige Normanerkannt worden, ohne daß jenes damit theilweise im Widerspruchestehende System R. Akibas verdrängt worden wäre; beide blieden alsgleichberechtigt bei den Späteren im Gebrauch. Sonst ist von R. Jsmaelnur sehr wenig bekannt; er gehörte zu dem Kreise, welcher, ohneZweifel wegen politischer Verhältnisse, das Synhedrin von Jabuenach Uscha verlegtes. Später büßte er seine Anhänglichkeit an seineNation und die Lehre mit dem Leben und wird zu den Märtyrernder hadrianischen Verfolgung gezählt. R. Akiba, sein Gegner in derTheorie, hielt ihm eine huldigende Gedächtnisrede ft, in der tiefenAhnung, daß ihn bald dasselbe Loos treffen würde.
Diese fünf Männer, R. Gamaliel der Ordner, R. Elieser derstarre Erhalter des Alten, R. Josua der Vermittler, R. Akiba derSystematiker und R. Jsmael der logische Denker, machen den Kernund den Mittelpunkt des Zeitalters aus, sie bilden eben so vieleStrahlen, die aus einem Punkte auseinanderfahren, um sich in einemandern wieder zu sammeln. R. Gamaliel und R. Josua hatten mehrdas Praktische im Auge, jener die Einheit und die Centralisation desjüdischen Gesammtwesens, dieser das Vermittlungsgeschäft in denschroffen Gegensätzen. Die übrigen drei verfolgten mehr ein theoretischesInteresse, R. Elieser die Erhaltung der Lehre streng in der über-lieferten, R. Akiba und R. Jsmael in der anw en dun g ssähi g e nForm nach gewissen Prinzipien. Um diese fünf Riesengestalten gruppirtesich die große Zahl der Tanalten dieses Geschlechtes, die sich demeinen oder dem andern dieser fünf in Theorie und Lebensrichtung
ft Siehe Note 7.
2 ) Siehe Frankels Monatsschrift Jahrgang 1852 Nr. 4 S. 157. ff. undFrankel varles Wsebnab x. 49.
ft b.Laba. Latra. 28 a. b. ft lllssbilta varasoba. Uisobxatim 18.