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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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R. Jsmael.

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ein Beschluß ohne ihn gefaßt. Als er einst bei einer wichtigen Ver-handlung im Rathe fehlte, konnte die aufgeworfene Frage nicht entschiedenwerden; denn man sagte:Wenn R. Akiba abwesend ist, so fehlt dieLehre."*) Die Huldigungen, die ihm von so vielen Seiten zu Theilwurden, flößten ihm aber nicht im Geringsten jenen Stolz ein, der nurzu oft als beständiger Begleiter des Ruhmes erscheint; nach wie vornahm er die bescheidene Stellung gegen seine ehemaligen Lehrer undGenossen ein. War ein Auftrag von delikater Natur auszuführen,so trug man ihn nur R. Akiba auf, und man rechnete dabei auf seinfeines Schicklichkeitsgefühl, wie auf seine Bereitwilligkeit. Er hatteeben wegen seines bescheidenen Charakters unter R. Gamaliel'sPatriarchat und später unter R. Josua's Leitung keinen besonderenEinfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten; erst nach dem Tode desLetzteren galt er als Oberhaupt und Leiter der jüdischen Gesammtheitund half jene gewaltigen Ereignisse vorbereiten, welche unter demNamen des Aufstandes von Bar-Cochba das römische Reich zuerschüttern drohten.

In der Entwickelung der jüdischen Lehre, in welche R. Akibagewissermaßen ein umwälzendes Element gebracht hatte, nimmtR. Jsmael b. Elisa eine nicht unbedeutende Stellung eiip ervertrat in der Auslegung und Deutung des schriftlichen Gesetzes dennatürlichen Sinn und so zu sagen den gesunden Menschenverstandund wurde dadurch der Hauptgegner des von R. Akiba ausgegaugenenLehrsystems. R. Jsmael, gleich R. Akiba ein jüngerer Zeitgenossedieses Geschlechts, war Sohn eines der letzten Hohenpriester vor derTempelzerstörung, ohne Zweifel aus der hohenpriesterlichen FamilieFabi. Ein Hoherpriester dieser Familie, wahrscheinlich Elisa, seinVater (bei Josephus fälschlich Jsmael b. Fabi), wurde in Rom alsGeißel znrückgehalten, als er beim Kaiser Nero im Interesse desTempels gegen Agrippa ll. eine Klage führte fl. Möglich, daß sichvon diesem Umstande die Sage erhalten hat, R. Jsmael sei durchR. Josua um einen hohen Preis losgekauft und aus Rom nach Judäagebracht worden fl. Jrrthümlich haben Einige diesen R. Jsmael füreinen Hohenpriester gehalten, den Titus zugleich mit dem PatriarchenSimon zum Tode verurtheilt haben soll*). R. Jsmael lebte inSüdjudäa unweit des idumäischen Landstrichs in einer unfruchtbarenGegend fl, seinÄZohnort wird Kephar-Aziz genanntfl. Vom Weinbau

fl Mclraseb LRasitb oder Oantionrn säit. UraillrI. 6. cl.

fl S. B. III. 4. Ausl. x. 44t. fl 6UUu 58 s..

fl Vergl. Frankels Monatsschrift Jahrgang 1852 Nr. 8. S. 320.

fl Lstubol 64 b.. fl Xllaim VI. 4.