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Geschichte der Juden.
in den nahen und entfernten jüdischen Gemeinden,' seine dunkle Ab-stammung und seine ehemalige niedrige Stellung verliehen ihm einenum so höheren Glanz. Die lernbegierige Jugend, welche mehrGeschmack am scharfsinnigen Entwickeln und Vergleichen, als amtrockenen gedächtnißmäßigen Ueberliefern fand, schaarte sich um ihn.Die Zahl seiner Zuhörer übertreibt die Sage und giebt sie auf zwölf-tauscnd und sogar auf das Doppelte an; eine bescheidene Nachrichtjedoch beschränkt sie auf dreihundert. Von dieser jedenfalls zahl-reichen Jüugerschaar begleitet, soll R. Akiba einst seine Frau Rachelwieder besucht haben, von welcher er auf ihre eigene Veranlassungviele Jahre hindurch entfernt gewesen, während welcher sie in großerDürftigkeit gelebt hatte. Die Scene ihres Wiedersehens hat einewohl nicht ganz sagenhafte Nachricht recht malerisch dargestellt. Ausder ganzen Gegend war eine Menge Volkes zusawmengeströmt, umden hochberühmten Lehrer zu sehen, darunter auch Rachel, sehr ärmlichgekleidet. Bei seinem Anblicke zertheilt sic ungeduldig die Menge unddrängt sich an ihren Jugendgeliebten, um dessen Knie zu umfassen.Die Jünger waren schon im Begriffe, das zudringliche Weib zurück-zustoßen, da ruft ihnen der Meister zu- „Laßt sie! denn was ich bin,und was ihr seid, haben wir ihr allein zu danken." Sogar ihr harterVater Kalba Sabua, stolz auf eineu solchen Schwiegersohn, soll ihmsein ganzes Vermögen hiutcrlassen haben. Von dieser Zeit an lebteR. Akiba mit seiner Frau in großem Reichthume, sie, deren Armuthbisher so erschreckend gewesen sein soll, daß sie nichts als Stroh zuihrem Lager hatten ^). Seine Dankbarkeit gegen seine hartgeprüfteFrau stand zu den Opfern im Verhältniß, die sie ihm so zuvor-kommend gebracht hatte; unter Andern schenkte er ihr einen seltenenSchmuck von Gold, worauf die Stadt Jerusalem geprägt war. Aufdieses kostbare Geschenk war des Patriarchen Frau nach Weiberartrecht neidisch. R. Gamaliel verwies ihr aber diese Schwachheit mitder Bemerkung: mir jene Frau verdient eine solche Auszeichnung, diefür ihren Mann sich sogar ihres Haarschmuckcs beraubt hat 2).
Seinen beständigen Aufenthalt hatte R. Akiba in Bene-Berak,wo auch sein Lehrhaus war; die Lage dieses durch ihn berühmtgewordenen Ortes soll südöstlich von Joppe gewesen seines; Andereverlegen es viel südlicher in die Nähe von Asdod (Azotus) doch warR. Akiba als Mitglied des Synhedrin oft in Jabne, und selten wurde
*) dleüarim 50 a. Lstmdot 62 l>.
°) llsrusedalint Ladbar VI x. 33 d. Lots. Ende und dtsüarlm das.
°) LoMvarr. 'lleduod da-li!rs 2 77 d.
Lelauä kalästiua 615. und 623. nach Lnsedtus' Ouomastieou.