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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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R. Akiba's Mischua.

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eine leichte Handhabe bietend; so wurden z. B. znsammengcstellt: ausvier Veranlassungen können Beschädigungen an Eigeuthum entstehen;fünf Menschenrassen dürfen nicht die Priesterhebe ausscheiden; fünf-zehn Frauen entbinden wegen Verwaudtschaftsverhältnisse von derSchwagerehe; sechs und dreißig Verbrechen sind in der Schriftmit der Ausrottungsstrafe belegt. Von dieser ordnenden, metho-dischen Thätigkeit R. Akiba's nach Fächern und Zahlen sagte man:er habe Ringe oder Handgriffe für das Gesetz gemacht, er habe, wiein einem wohlgeordneten Schatze, Alles au Ort und Stelle gebracht. Die halachische Ordnung R. Akibas führte den Namen Mischna,mit dem besonderen Zusatze Mischna des R. Akiba, zum Unter-schiede von der spätcrn Sammlung. Anch im christlichen Kreise istsie unter dem Namen N. Akiba's Deuterosis bekannt geworden^).Sie wurde auch Midot genannt (Maaße, in der damaligen Volks-sprache Uselnlta, LIeoliilin, was dasselbe bedeutet), wahrscheinlich wegender Zahlen, welche das Berbindungsmittel bildeten. Die Mischnaoder Midot war, obwohl geordnet, keinesweges niedergeschriebcnworden, sondern ihr Inhalt blieb nach wie vor mündlich; es wareigentlich weiter nichts, als eine leichtere, faßlichere Methode, deren sichR. Akiba bei der Mittheilung der Halachas bediente. Indessen hatN. Akiba Wohl kaum das Ordnen des ganzen, viel zu umfassendenStoffes allein vollendet: seine Jünger, die in seinem Sinne thätigwaren, haben ohne Zweifel die Sammlung ergänzt; sie machte späterden Grundbcstandtheil beim Endabschlusse des ganzen Traditions-materials ans.

Die durchweg originelle Lehrweise R. Akibas, welche sich vonden andern inhaltlich durch die scharfsinnige Behandlung des Stoffesund äußerlich durch die übersichtliche Ordnung unterschied, errangsich nach und nach, trotz der Gegner von zwei Seiten her, das höchsteAnsehen und die herrschende Gültigkeit, die bisherige Behandlungsweiseallmälig verdrängend. Man scheute sich nicht einzugestehen, daß manüber gewisse Punkte bisher in Jrrthum oder in Zweifel war, bisN. Akiba durch seine eigene Art das Rechte getroffen. Oft wurdendie älteren Mischnas (Nisvlnm risebona) von den jüngeren (LI.aelmrooa oder LI. clo U. ^kiba) geradezu beseitigt und die letztere alsNorm angenommen ^). Ter Name des Neubegründcrs der mündlichenLehre wurde durch seine eigenthümliche Lehrweise einer der gefeiertesten

>) Siehe Note 8.

äs II. L^atban o 18 Oittin 67 a.

") bhniwanlus ooutra Hszrssss s. Note 2.

Siehe Note 8.