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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Mit ihm war der letzte Zweig der Schule Schammais abgestorben,welche anderthalb Jahrhunderte hindurch in der Lehre und im Leben,im Synhedrin und im politischen Rathe die beharrliche Selbstständigkeit,die eiserne Festigkeit, aber auch die starre, herbe Abgeschlossenheitvertreten und behauptet hatte. R. Elieser hatte zwar auch seinen Kreisvon Schülern, darunter Einen, Mathia b. Charasch, der ein Lehr-haus in der Weltstadt Rom gründete; aber sie pflanzten die Lehr-weise ihres Meisters keineswegs fort, sondern fügten sich dem gewaltigenEinflüsse, den R. Akibas kühnes Lehrsystem ausübte. N EliesersLeben und Tod hat die Sage vielfach ausgeschmückt. Sein Todes-jahr läßt sich annäherungsweise bestimmen; er sprach nämlich vor seinemTode von einer heftigen Gluth, die in der Welt wütheund scheinthierbei auf den heftigen Kampf anzuspielen, welchen Trajan gegen dieJuden vieler Länder führte (um 116117).

Zu der Starrheit und der eisernen Conseguenz N. Eliesers bildetsein Genosse R. Josua b. Chananja einen entschiedenen Contrast;er war das biegsame, nachgiebige, versöhnende Element in der Neu-bildung des jüdischen Gesammtwesens. Er schützte die Lehre und dasVolk vor Einseitigkeiten und Nebertreibungen und 'wurde dadurchFörderer der Lehre und Wohlthäter des Volkes. Als junger Leviteaus der Sängerklasse hatte er noch den Glanz des Tempels gesehenund in dessen Hallen die Psalmen im Chore mit angcstimmt, derenandachtcrweckende Klänge, verbunden mit der feierlichen, ehrfurcht-gebietenden Haltung der dicnstthuendcn Priester auch auf die besuchendenHeiden einen nachhaltigen Eindruck hiuterlassen haben. Wie er mitseinem Lehrer das dem Untergänge verfallene Jerusalem verlassen undnach dessen Tode ein eigenes Lehrhaus in Bekiin gegründet hat, istbereits erzählt. Hier lehrte er seine Jünger und betrieb sein niedrigesHandwerk der Nadelverfertigung, womit er seine Familie ernährte-Durch die eine Beschäftigung dem Lehrkreise, durch die andere demVolke angehörend, vermittelte R. Josua die zwei schroff von einandergetrennten Stände, und war darum auch der Einzige, welcher auf dieGemüther und die Willeusregclung der Masse Gewalt besaß. Au Körper-gestalt war er so häßlich, daß ihm eine Kaisertochter einst die kecke Fragehinwarf: Warum denn so viel Weisheit in einem so häßlichen Gefäße?Witzig antwortete R. Josua darauf:der Wein wird ja auch nicht inGoldgefäßen aufbewahrt" ch. Außer der Traditiouskenntniß scheint erastronomische Kunde in dem Maße besessen zu haben, um den unregel-mäßigen Lauf eines Kometen zu berechnen, welche ihm einmal bei einer

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