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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

König Salomon zngeschriebcnen Schriften Kohelet und das Hohelied(Lollir Hasollirira). Die schammaitische Schule hatte namentlich dasBuch Kohelet nicht als kanonisch anerkannt, weil der Inhalt desselbennicht vom heiligen Geist (Ilrmoll lla-Hoässoll) cingegeben, und nichtaus dein tiefsten innersten Bewußtsein des Judenthums entsprungenschien, sondern nur die persönliche Philosophie des Verfassers gewesen sei.Diesen alten Streit nahm das neue Synhcdrin, das die hillelschenHalachas nicht durchgängig billigte, wieder auf; doch ergicbt es sichnicht mit voller Klarheit, wie die Entscheidung ausgefallen ist'). Derklangreiche Name Salomons, dem die lleberlieferung die Verfasserschaftdieser Schriften zuschrieb, trug wahrscheinlich den Sieg über Partei-streitigkeiten davon. R. Akiba nahm sich später des Hohenliedes an,in dessen liebcstrnnkenen Wechselgesprächen und sehnsuchtsvollen Mono-logen er allegorische Beziehungen zwischen Gott und dem Volke Israelerkannte. Die ganze Welt, so äußert er sich, sei des Tages nichtwürdig, an dem das Hohelied entstanden ist; wenn die inspirirtenSchriften heilig sind, so ist das Hohelied allerheiligst zu nennen.

Es ist ein schöner Charakterzug an R. Gamaliel und wird auchvon den Zeitgenossen gebührend hervorgehoben, daß trotz der vielenKränkungen, die er an demselben Tage erfahren hatte, er nicht einenAugenblick einem kleinlichen Nachegefühl Raum gegeben, sich von derLehrverhandlung znrückznziehen; er betheiligte sich nach wie vor anderselben, wie wenig Aussicht er auch hatte, in der Mitte der gegenihn eingenommenen Versammlung seine Meinung durchznsetzen. Dochmochte er sich durch die eifrige Verhandlung dieses Tages überzeugthaben, daß seine allzngroße Strenge ihm die Gemüther entfremdeteund auch manche wahre Ansicht unterdrückt hatte; sein Muth wargebrochen, und er entschloß sich nachzngeben. Er begab sich daher zuden angesehensten Stimmführern, wegen seines verletzenden Be-nehmens Abbitte zu thun. Den Hauptgegner R. Josua traf er bei dieserGelegenheit mit seinem Handwerke beschäftigt; er verfertigte Nadeln.R. Gamaliel, in Reichthum aufgewachsen, konnte sich nicht genugüber den beschwerlichen Erwerb dieses Weisen verwundern und fragteihn: „Also davon gewinnst du deinen Lebensunterhalt?" R. Josuanahm Veranlassung, ihm offenherzig den Fehler der Gleichgültigkeitgegen die sorgenvolle Lage einiger verdienstvollen Männer vor-zuhalten. „Schlimm genug, daß du erst jetzt dies erfährst! Wehedem Zeitalter, dessen Führer du bist, du kennst nicht die Sorgender Weisen, und wie mühselig sie sich ernähren" ^). Denselbenllaäaim III. S. ^.äosot H. 3.

2) Das. und besonders lernsellalmi IZsraellot IV. 7 ä. und Parallelstellen.