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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Aussöhnung mit R. Gamaliel.

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Vorwurf hotte ihm R. Josna bei einer andern Gelegenheit gemacht,als R. Gamaliel dessen astronomische Kenntnisse bewundert hatte.Bescheiden lehnte R. Josna die Bewunderung ab und verwies anszwei Jünger, welche bedeutende mathematische Kenntnisse besaßen unddoch kaum Brod und Kleidung hatten Z. R. Gamaliel beschwor endlichden erzürnten Gegner, die erlittene Beleidigung aus Rücksicht auf dashochverehrte hillelsche Hans zu vergessen; R. Josna zeigte sich hieraufversöhnt, und versprach ihm sogar, für seine Wiedereinsetzung in diePatriarchenwürde thätig zu sein. Jetzt galt es, den neugewühltenNaßi zu bewegen, die kaum erlangte Würde seinem Vorgänger wiederabzutrcten. Man fühlte aber eine gewisse Verlegenheit, demselben dieseZumnthung zu machen. R. Akiba, der stets Bereitwillige, übernahmden zarten Auftrag, dessen Erledigung ihm jedoch nicht gar zu schwerwurde. Denn kaum erfuhr R. Eleasar, der jüngstgewählte Patriarch,die Versöhnung zwischen N. Gamaliel und seinem Hauptgegner, sowar er gleich bereit, ins Privatleben znrückzukehren, er erbot sich sogar,den nächsten Morgen mit dem ganzen Kollegium bei N. Gamaliel denEhrenbesnch zu machen. Doch nahm man auf die einmal getroffeneWahl R. Eleasar's insofern Rücksicht, ihm die Würde des Stell-vertreters zu verleihen. Das Verhältnis zwischen dem Patriarchenund R. Eleasar wurde in der Weise geordnet, daß der erste immerje zwei Wochen den Vorsitz im Synhedrin führte und den Lehrvortrageröffnete, der letztere aber immer je die dritte Woche"). Auf dieseArt wurde der lebhafte Streit beendet, der weder ans Ehrgeiz nochaus Hochmuth, sondern lediglich ans einer irrigen Ansicht über dieHandhabung des Patriarchates entstanden war. Die Mißhelligkeitenwaren schnell vergessen, und von der Zeit an lebte R. Gamaliel inungestörter Eintracht mit den Synhedrialmitglicdern. Vielleicht hatder Ernst der eingetretenen politischen Umstände unter dem KaiserDomitian den Sinn von inneren Verhältnissen abgelenkt und Allendie Nothwendigkeit der Eintracht, um die äußern Gefahren abzuwenden,fühlbar gemacht. Von der ferneren Wirksamkeit R. Gamaliels wirdspäter erzählt werden; aus dem Leben seines Mitpräsidenten R. Eleasarb. Asariah hingegen sind im Ganzen nur wenig Einzelheiten bekannt.Wiewohl hochgeachtet in seinem Kreise, so daß man von ihm sagte:das Zeitalter sei nicht verwaist, in welchem R. Eleasar lebt^), ver-schwindet er doch unter der Masse der begabteren Personen seiner Zeit.

*) Uorajod 10 a. 2) Dm-g-iRot das.

Llsobilta Uaraseba Uo, 10. LbaAiKa 3. ü. und andere Stellen.