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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Vermittelung der Lehrparteinngen.

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stellen ^1. Allein eine Vereinigung war nicht so leicht zu erzielen; dreiund ein halb Jahr soll der Streit in dem Weinberge zu Jabne ge-dauert haben; die Einen wie die Andern behaupteten ihre Traditionenals ausschließlich richtig, besonders waren die Schammaiten, starr undunfügig, wie der Urheber ihrer Schule, nicht zum Nachgeben zu bewegen.Da soll eine von ungefähr vernommene Stimme (Lab-Lc>1), die manin zweifelhaften Fällen und in rathlosen Lagen als einen Wink desHimmels betrachtete, den Ausschlag gegeben haben; man will im Lehr-hause zu Jabne eine Stimme vernommen haben, welche die Wortesprach:Die Lehrsätze beider Schulen sind wohl Worte des lebendigenGottes,, aber in der Praxis sollen die Hillelschen Sätze allein Gültig-keit haben." Die Meisten fügten sich dieser Entscheidung, obwohlsie ohne formellen Beschluß zu Stande gekommen war. Nur R.Josua, eine nüchterne Natur, äußerte sich gegen eine Entscheidung,durch das Bat-Kol herbeigeführt:Wir brauchen nicht in solchenDingen auf das Bat-Kol zu hören", so sprach er;denn die Lehre istnicht für die Himmlischen, sondern für die Menschen gegeben, denenin streitigen Fällen nur das einzige Mittel des Mehrheitsbeschlusseszngewiesen ist; ein Wunder kann in solchen Fällen keinen Ansschlaggeben." Doch hatte dieser Widerspruch, sowie ein anderer vonSeiten des Schammaiten R. Elieser keine Folgen; Hillels Ueber-lieferungen, Auslegungen, Folgerungen und Dcutungsregeln, so langezurückgewiesen, erlangten endlich allein berechtigte Autorität. Wenndie Schammaiten zu der Zelotenpartei der Römerseinde, die Hillelitenhingegen zu der Friedenspartei gehalten hatten, so war durch diesenAkt im jamnensischen Synhedrin die Revolution gewissermaßen geschlossen.Doch wollte man den Schammaiten keinen Zwang anthun, sich ganzund gar zu fügen und ihre religiöse Lebensweise dem Beschlüssegemäß umzugestalten; man stellte ihnen vielmehr frei, ferner nachihrer Uebcrzengung zu leben.Wer da will, richte sich nach derSchule Hillel's oder Schammai's, nur bleiben die Aussprüche derHillelschen Schule einzige Norm" ^). R. Gamaliel wachte über diesezu Staude gebrachte Vereinigung der Parteien, welche höchst wahr-scheinlich sein Werk war, mit der größten Sorgfalt und hielt jedeAuflehnung gegen einen Synhedrialbeschluß auf das strengste nieder.Mit dieser Maßregel scheint eine andere in Verbindung gestandenzu haben, deren Zusammenhang jedoch noch nicht klar ermittelt ist.Der Patriarch von Jabne traf die Anordnung, nur solche Personenzum Kreise des Lehrhauses zuzulassen, deren lautere Gesinnungen er-

h Vergl. über alle diese Einzelheiten Note 4. Dieselbe Note 4.