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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

späteren Unwissenheit erzählte. Man wendete ans b. Arachs Ausgang denSpruch au:Wandere nach dem Orte der Lehre und bilde dir nichtein, daß deine Genossen dir nachziehen werden, daß sie die Lehre nurdurch deine Vermittelung behaupten könnten; verlaß dich nicht allzusehrauf deine Einsicht')." Während b. Arach, der Hoffnungsvolle, derartin Vergessenheit gerieth, setzten seine Genossen das Werk ihres Meistersfort und wurden der Ruhm der nachfolgenden Geschlechter. In denVordergrund treten als hervorragende Persönlichkeiten: R. Gamaliel,R. Josua, R. Elieser, später gesellte sich auch R. Akiba dazu,welche sämmtlich ihrer Zeit ihren Namen aufgedrückt haben. Dieübrigen zahlreichen Tonarten dieses Kreises griffen nur gelegentlichund ohne tiefere Spuren in die jüdische Geschichte ein.

Wiewohl die Shnhedrialstadt Jabne bereits den Rang einesVorortes hatte, so hinderte es die Glieder des neuen Collegiums dochnicht, eigene Lehrhäuscr außerhalb Jabne's, jedoch in der Nähe desselbenauzulegen. R. Elieser lehrte zu Lydda^), R. Josua in Bekiin,in der Ebene zwischen Jabne und Lydda^); nur R. Gamaliel wohnteund wirkte in Jabne. Die Lehre war also nach dem Tode desSynhcdrialgründers nicht verwaist, sie hatte womöglich noch größerePflege gesunden; allein die kaum befestigte Einheit drohte zu schwinden.Die Streitigkeiten zwischen der Hillelschen und Schammaitischen Schule,welche vor der Tempelzerstörung blutige Auftritte hervorgerufeu hattenund nur durch den Revolutionskrieg zum Schweigen gebracht wurden,brachen neuerdings aus und hatten einen um so bedenklicheren Charakter,als der Vereinigungspunkt, der früher durch den Tempel bestand, jetztnicht mehr vorhanden war. Der Gegensatz der Schulen, der sich aufmanche streitige Halachas erstreckte, erzeugte eine weitgreifende Ver-schiedenheit in der Lehre und dem Leben. Mancher Lehrer hieltetwas für gestattet, was nach einem Andern verboten, und an einemOrte galt etwas für erlaubt, was an einem andern verpönt war; dasJudenthum schien zweierlei Gesetze zu haben, oder mit den Wortender Quelle:Die Eine Thora war zwei geworden." Wichtige Lebens-verhältnisse und tiefeinschneidcnde Fragen, wie in Ehesachen, mit weit-greifenden Folgen waren von diesem Streit berührt. Von der Ver-söhnung, die früher zwischen den älteren Gliedern dieser zwei Schulendurch gegenseitige Nachgiebigkeit zu Stande gekommen war, vielleicht

') Märasob Lobslet säit Trankt. 101 b. Tbot äs II, blatban a. 14.Labbat x. 147 b.

Lzmbsärin 32 b. und andere Stellen.

°) Das. Usobilta Lset, Lo. 16.

Isrnsebalmi Lzmböärin x. 10 o. I. 5. Tositta lebamot I.