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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
Entstehung
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-weites Kapitel.

Zweites Tana'tten-Gcschlccht; Wicderbesetzung des Patriarchats; EinheitsstrebenR. Gamaliels; Bannstrenge, Absetzung und Wiedereinsetzung des Patriarchen;erster Anlauf zur Mischna-Sammlung.

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War das erste Geschlecht arm an hervorragenden Personen undEreignissen, so erscheint das nachfolgende um so reicher und rannals die klassische Blüthezeit dieser ganzen Epoche gelten. DieFührer des Volkes, und das waren die Jünger R. Jochanansb. Sakkar durch die Verhältnisse thatsächlich nicht blos des kleinernBruchtheils in Judäa, sondern auch der Gemeinden in der Diaspora,in Babylonien, Syrien, Egypten und aller Orten, wo Juden wohnten sie hatten nichts Angelegentlicheres zu thun, als das begonneneWerk ihres Meisters fortzusetzen. Politische Gedanken, Pläne fürWiedereroberung der untergegangeuen Freiheit, des untergegangencnStaatswesens, schienen ihnen durchaus fern gelegen zu haben. Siewaren eben Hilleliten, friedfertige, friedliebende Männer, die sich indie Zeit schickten, die nichts so sehr verabscheuten als das Schwert,und auf nichts weiter bedacht waren, als die aus dem Schiffbruchegerettete Lehre zu erhalten und zu pflegen. Gleich nach dem Tode ihresMeisters hielten dessen Hauptjünger Berathung über den Ort, an welchemsie die Lehre fortsetzen sollten. Die Meisten waren der Meinung,in Jabne zu bleiben, wo ein Kreis von traditionskundigen Männernlebte. Nur N. Eleasar b. Arach, der Lieblingsjünger Jochanans,bestand darauf, den Sitz des Lehrhauscs nach Emmaus zu verlegen,jener wegen ihrer milden Luft und warmen Bäder gesunden und an-muthigen Stadt, drei geographische Meilen von Jabne. In demWahne, daß er seinen Genossen unentbehrlich sein werde und sie ihnin Kurzem aufsuchen müßten, trennte sich Eleasar auf Zureden seinerFrau von ihnen und blieb in Emmaus. Vereinsamt und von demlebendigen Gedanken-Austausche abgeschuitten, soll er seine Kenntnisseso sehr vergessen haben, daß man sich komische Anekdoten von seiner