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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

demnach diesem Geschlechte an und waren ohne Zweifel Mitgliederdes jamnensischen Synhedrin. Die meisten von ihnen sind bis aufgeringe Züge nur dem Namen nach bekannt. Die sieben alternTana'lten waren: R. Chanina, Stellvertreter mehrerer Hohen-priester (8aZan lla-Lollaniin), welcher Traditionen aus dem Tempel-lebcn überlieferte. Er gehörte auch zu den Friedliebenden und er-mahnte seine Zeitgenossen für das Wohlergehen der herrschendenMacht, der Römer zu beten, weil,wenn die Furcht vor ihr nichtvorhanden wäre, würde Einer den Andern lebendig verschlingen."Es gehörte ferner dazu: R. Zadok, ein Schüler Schamass, der inder Ahnung von dem Untergange des Tempels vierzig Tage fastete, undseine Gesundheit dadurch zerrüttete, daß sie später nicht mehr her-gestellt werden konnte. Nach um der Medier, früher Mitglied eineseigenen Gerichtskolleginms in Jerusalem'); N. Dossa b. Harchinaß,ein konsequenter Schüler Hillels, der seine Gäste auf vergoldetenSesseln sitzen lassen konnte. Dieser lebte noch bis tief in das nach-folgende Geschlecht hinein, stand in hohem Ansehen und war in zweifel-haften Fällen das Orakel für die Mitglieder desselben. Mit seinemBruder Jonathan, einem scharfsinnigen und disputirsüchtigen JüngerSchamaä's, konnte sich R. Dossa nicht vertragen »nd warnte die Un-erfahrnen vor dessen verfänglichen Erörterungen. Der fünfte diesesKreises war Abba Saul b. Boinit, früher Weinhändler in Jerusalem.In seinem Geschäfte war er so außerordentlich gewissenhaft, daß ernicht einmal die Neige für sich behalten mochte, weil er glaubte, daß sieden Käufern gehörte. Er sammelte davon 300 Maß und brachte esden Tempelschatzmeistern in Jerusalem. Obwohl man ihm das Anrechtdarauf zusprach, mochte er doch keinen Gebrauch davon machen. Aufseinem Todtenbette konnte er seine Hand ausstrecken und von sichrühmen:Diese Hand war gewissenhaft beim Messens. Abba Saulentwarf ein grelles Gemälde von den herrschenden hohenpriesterlichenFamilien während des Zeitalters der Herodianer, wie sie an Ehrgeiz,Habgier, Eitelkeit und Jntriguensucht einander überbietend, das weißeKleid des Hohenpriesterthums befleckten. Abba Sauls Worte lautenin ihrer scharfen einschneidenden Kürze:Wehe mir um das HausBoethos und um ihre Knüttel; wehe mir um das Haus Auan und umihre Einflüsterungen; wehe mir um das Haus Katharas (Kautharas)und um ihre Schmähschriften; wehe mir um das Haus Fabi undum ihre Fäuste; sie machen sich selbst zu Hohenpriestern, ihre Söhne

') Die betreffenden Stellen sind lichtvoll zusainmengestellt in Frankels 'viirnr'o.n oder HoäoKstüea tu Aisebnam x. 59, 70, 71.

2) Traktat ckom-Tob 29 a. und besonders ckerusobalmi zur Stelle.