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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Jamnensisches Synhcdrin.

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die Synhedrialfnnktionen von der Tempelstätte ablöste und sie aufJabne übertrug, hatte er das Judeuthum überhaupt vom Opfercultuslosgelöst und es selbstständig hingestellt. Ohne daß dieser Akt irgend-wo Widerspruch gefunden hätte, vertrat Jabne von nun an Jerusalemganz und gar: es wurde der religiöse und nationale Mittelpunkt fürdie zerstreuten Gemeinden. Die wichtigste Funktion des Synhedrion,wodurch es zunächst bestimmend und vereinigend auf die auswärtigenGemeinden wirkte, nämlich die Anordnung des Neumondes und derFestzeiten, ging von Jabne aus. Es sollte die meisten religiösenVorrechte der heiligen Stadt genießen; unter Andern sollte dasPosaunenblasen am Neujahrstage, der ans einen Sabbat fiele, hiereben so ansgeübt werden, wie früher in der heiligen StadtZ. DasSynhedrialkollegium führte von jetzt an den Namen Bet-Din (Ober-gerichtshof), der Vorsitzende hieß Nosch-bet-din, wurde aber mitdem Titel Rabban, d. h. allgemeiner Lehrer, beehrt. Dem Gerichts-höfe allein übertrug Rabban Jochanan das Kalenderwesen, das frühereine Ehrenfnnktion des Präsidenten gewesen war, so daß die Zeugen,welche über das Sichtbarwerden des Neumondes ansznsagen hatten,nicht mehr, wie früher, dem Präsidenten nachzugehcn, sondern lediglichsich zur Sitzung des Obergerichtshofes zu begeben brauchten ^). DieseNeuerung war ein wichtiger Schritt, das Synhedrion selbstständighinzustellen und von der Person des Vorsitzers unabhängig zu machen. Die Ueberliefernng zählt im Ganzen neun Einrichtungen auf,welche R. Jochanan eingeführt hat. Die meisten betrafen die Auf-hebung solcher Bestimmungen, welche nach dem Untergänge desTempels bedeutungslos geworden waren. Doch behielt er manchereligiöse Sitte bei zum Andenken an das Tempellebcn, wie den

Feststrauß für die ganzen sieben Festtage, den Priestersegen ohne

Fußbekleidung ^).

Noch mehr förderte er nach einer andern Seite hin den Fort-bestand und die Erhaltung des Jndenthnms mit nicht geringererThatkraft. Indem er für die lebendige Fortpflanzung der Lehre

sorgte, befestigte er um so dauerhafter die gelockerten Wurzeln des

jüdischen Gesammtwesens. Im Lchrhanse wirkte er zunächst auf seineJünger, auf die er seinen Geist und sein Wissen übertrug. Fünfseiner ausgezeichneten Schüler werden namhaft gemacht, von denenaber nur drei einen bleibenden Namen erlangt haben: die schon ge-nannten Elicser und Josna, die ihn im Sarge aus Jerusalem ge-

st Loseb ba-8ebana. x. 29. ") Das. p. 91 b.

8otab x. 40 a. Loseb ba-8obana Vas.