R. Jochanan b. Sakkcü.
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Fleisch hatten sie noch dazu hineingelegt, um durch den Lcicheugcruchsie Thorwache vollends zn täuschen. Diese trug jedoch Bedenken, densarg hindurch zu lassen, und machte schon Anstalt, ihn zn öffnen.Nur die dringende Warnung ihres Führers Ben-Batiach, sich nicht auder Hülle des hochverehrten Lehrers zu vergehen, brachte sie vonihrem Vorhaben ab. Ter römische Kriegsherr hatte den Flüchtlingfreundlich ausgenommen und ihm eine Bitte freigestellt. R. Jochananhatte bescheiden nur um die Erlaubnis; gebeten, in Jabne ein Lehrhauseröffnen zu dürfen. Gegen diesen unverfänglichen Wunsch hatte jenernichts eiuzuwenden, da er nicht ahnen konnte, daß durch diesen ge-ringfügigen Akt das schwache Judeuthum in den Stand gesetzt seinwürde, das kraftstrotzende, eherne Römerthum um Jahrtausende zuüberleben. Von der jüdischen Quelle wird als dieser Feldherr nichtTitus, sondern Vespasian bezeichnet, dessen gnädiges Entgegenkommendort noch damit begründet wird, daß R. Jochanan ihm seine Erhebungzur Kaiserwürde vorher verkündet habe. Bei R. Jochanan soll dieseVoraussage nicht die Folge einer Prophetengabe, sondern eine, durchdie Deutung eines der Prophctcnworte gewonnene Ueberzeugung ge-wesen sein, daß „der Libanon (Tempel) nur durch einen Gekröntenfallen könne", mit Anspielung auf die Prophetenstelle (Jesaias 10. 35.Dieser Nebcnzug durfte in der Darstellung um so weniger übergangenwerden, als auch der Geschichtsschreiber Josephus, der sich auspersönlichem Interesse den Römern ganz und gar verkauft hatte,dasselbe von sich erzählt ^). In seiner Art, den römischen Machthabernzu schmeicheln und seine Eitelkeit zu befriedigen, rühmte sich Josephus:er habe Vespasian seine Kaiserwürde prophezeit, mit nachdrücklicherHinweisung auf den Besitz der ihm von Gott verliehenenProphctengabe.
R. Jochanan ließ sich mit seinen Schülern in Jabne oderJamnia nieder, einer Stadt unweit der Küste des MittelländischenMeeres, zwischen der Hafenstadt Joppe und der ehemaligen Philister-stadt Asdod und auf römischem Gebiet gelegen. Es war eine alteund nicht unbedeutende Stadt, ein Stapelplatz für Aus- und Einfuhrvon Weizen. Einige behaupten nach einer sagenhaften Quelle, daß inJabne schon früher ein Lehrhaus bestanden; doch ist es vielmehr
*) äs D-. dlatlrau e. 4. llliäraseb Lodslsi säit. Uraulcl. »4. dittiup. 56. An letzter Stelle ist die einfache Thatsache sagenhaft erweitert undausgeschiuückt. Unwahrscheinlich wird diese Erzählung durch die Erwägung, dagVespasian gar nicht Jerusalem belagert hat, sondern schon vorher Kaisergeworden war.
2) Josephus jüdischer Krieg III. 8.