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Geschichte der Juden.
und belebende Richtung vorzcichuete. Und ihm gelang es auch inder That, die gelockerten Bestandtheile zu einem Ganzen zusammen-zufügen.
Jochanan war ein Schüler Hillels und zwar, der Tradition nach,unter den achtzig Jüngern einer der jüngsten, dem sein großer Lehrervorausverkündet haben soll: er werde der Bedeutendste unter ihnenwerden. Er soll vierzig Jahre lang Geschäfte getrieben Habens, wieüberhaupt die Kraftgeister der jüdischen Geschichte die Lehre nicht znmBroderwerb oder zum Soldamte mißbrauche» mochten. Während desStaatslebens saß R. Jochanan im Synhedrion und lehrte im Schattendes Tempels; sein Lehrhaus in Jerusalem soll sehr bedeutend gewesensein''). Er war der erste, der die Sadducäer mit Gründen siegreichbekämpfte und ihre'grundlosen Theorieen mit scharfer Dialektik zu er-schüttern verstand 3). In den Revolutionsstürmen gehörte er, in Folgeseines friedfertigen Charakters, zu der Friedenspartei; mehreremalhatte er Volk und Zeloten zur Uebergabe der Stadt Jerusalem undzur Unterwürfigkeit unter die Römer nachdrücklich ermahnt. „Warumwollt ihr die Stadt zerstören und den Tempel dem Feuer preisgeben?"sprach er zu den Führern der Revolution. Trotz seines Ansehensverschmähten die Zeloten in ihrem Unabhängigkeitssinne seine treu-gemeinten Ermahnungen. Die Spione, welche der römische Feldherrim belagerten Jerusalem zu unterhalten wußte, um über alle Vor-gänge Kunde zu erlangen, verfehlten nicht, ihm zu berichten, daßR. Jochanan zu den Römerfreunden gehörte, und daß er die Häupterdes Aufstandes zum Frieden ermahnte. Die Nachrichten aus derStadt wurden nämlich auf kleine Zettel geschrieben und vermittelstabgeschossener Pfeile ins römische Lager geschleudert. Furcht vor demwüthenden Fanatismus der Zelotenpartei oder weise Vorsicht, derLehre im Voraus eine Zufluchtsstätte zu sichern, gaben R. Jochananden Gedanken ein, ins römische Lager überzugehen. Aber die Ent-fernung aus der Stadt war bei dem lauernden Argwohn der Zelotenschwer auszuführen; R. Jochanan faßte daher den Entschluß, im Ein-verständnisse mit einem Zelotenführer, Ben-Batiach, der sein Ver-wandter war, sich scheinbar als Leiche aus der Stadt bringen zulassen. In einem Sarge trugen ihn seine Schüler Elieser und Josuain der Dämmerungsstunde bis znm Stadtthore. Ein Stück faules
Lukka x. 128. Lada Latra x. 124. Vergl. Note 2. Litri Ende.OsusÄZ Ladda Ende.
2) Bd. III, 2. Auflage S. 322, 324. Isrus Ulezllla x. 73 ck.
2) laäaim IV 8, 7. Losikta laäalm Ende; l>. Zlsuaedot x. 65 a. l>. LadaLatra 115. AsKÜIat laauit o. 1, 5. 8.