Note 5.
s27
Rom und hielt sich in Venedig einige Zeit ans, um ein neues kabbalistischesWerk zu drucken. Nach der Überschwemmung kam er wieder nach Rom undwar noch daselbst nach dem Erdbeben in Portugal, 31 . Januar 1531 , als dieNachricht davon in Italien eingetroffcn war, also noch während des Februar.Erst zwischen 18 . Februar und 18 . März, d. h. im Adar desselben Jahres, mußer wegen gehäufter Anklagen gegen ihn Rom verlassen haben. Sein zweitesSendschreiben stammt aus dieser Zeit. In dieser Zeit war sein Ruf bereits soweit verbreitet, daß man im Orient, Polen und anderen Ländern messianischeHoffnungen an ihn knüpfte (dasselbe Sendschreiben und Quelle III). Seitdieser Zeit, vom Februar bis März 1531 und bis zu seiner Reise nach Regens-burg zum Kaiser Karl, Sommer 1532 , haben wir keine direkten Nachrichten überihn. Er reiste damals zum ersten Male gemeinschaftlich mit Renbeni. SeineAbwesenheit von Rom hatte zur Folge, daß die Gegner der Marranen das Über-gewicht bei der Kurie errangen, namentlich nach dem Tode seines GönnersLorcnzo Pucci, und sie setzte» die Bulle des Papstes Clemens vom 17 . Sept. 1531vnm aä uiüil inag-is zur Einführung der Inquisition in Portugal durch.
Über die Reise Molchos und Davids nach Regcnsbnrg zu Karl V., denFeuertod des elfteren und die Einkerkerung des letzteren ist zu dem, in denjüdischen und christlichen Quellen Gegebenen nichts weiter hinzuznsügen, alsdaß die Nachricht, sie hätte» den Kaiser zum Judentum bekehren wollen, eineFabel ist. Das richtige Motiv ihrer Reise zum Kaiser gibt Josselmann Roßheiman, der mit ihnen gleichzeitig in Regcnsbnrg war, um, wie öfter, Schutz sür seineversolgten Glaubensgenossen zu suchen, sie aber nicht gesprochen, vielmehr Regens-burg verlassen hat, um den Verdacht abznwendcn, als habe er mit ihnen die Handim Spiele. Molcho wollte vom Kaiser die Zustimmung erlangen, die Judenzu einem Kriegsznge gegen die Türkei zu bewaffnen (Tagebuch in llsvns cteoIürncke8, XVI, p. bl, Nr. 17 ): p-w 22 ipi 8 L»82 82 o'ro.n P2182 .... 2'22 .21L-2.28ü8 0'212'2 io 82,28 82v> ii,282 ill'pn 22i>-8 rimw'N .21P22 8,281,2 2282, '2 .21120.2. . . 22',2.2 27 221x8 872' 12'.2>.28 1228 .2228 >0202 . . . 'x,:2':l . . . 22,2.2 222 202828,2288,22 1.28 '2' 22',2.2 2,28' 872 ' '22 ,221LL'2'2P2 2'>'.2 P2 '.2,2221. Düs Richtige wildwohl gewesen sein, nicht sämtliche Juden zu einem Kriegszng zu führen,sondern die Marranen in Spanien und Portugal. Dazu sollte Karl die Er-laubnis geben, d. h. ihre Auswanderung ans den Ländern der Inquisition zugestatten. Dieser Plan war gar nicht so abenteuerlich. Es war eine vernünftigeModifikation des Planes von David Rbubcni, von den christlichen FürstenKanonen zu verlangen, um die Mohammedaner in Arabien zu bekriegen. BonDavid Renbeni spricht Josselmann nicht, sondern erwähnt nur zum Schluß, daßder Kaiser Salomo Molcho bei der ersten Unterredung in Fesseln schlagen und inBologna verbrennen ließ. Widmannstadt und Joseph Kohen dagegen gebenan, daß er in Mantua verbrannt worden sei. Der letztere und die portugiesischeQuelle (0. S. 54 f.) referieren, daß David in Spanien cingekerkert wurde.
Die Schwärmerei sür Molcho hörte nnt seinem Tode nicht ans. Ans einerSpielerei des Kabbalisten Joseph de Arli sehen wir, wie viele Hoffnungendie Kabbalisten wenigstens ans ihn setzten, und daß sie ihre messianische» Erwar-tungen zugleich an die Lnthcrsche Reformation knüpften. Ans einem Manuskriptin der Almanzischen Bibliothek teilt nämlich Luzzatto (Llasüir V, p. 45 ) einAnagramm von Joseph de Arli mit, d. h. eine kabbalistische Prophezeiungans zwei Jesaianischen Versen, wobei jeder Buchstabe als Wort ergänzt wird:- -/221-22 N22't2 !-ir<2-2-^-22. Der erste Vers rllckwärls ge-deutet: x-2- -----2 -2-22- --22-2 -"2-: X22I (Jesajas 58 , 7 ) wird