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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

namentlich ein präziserer chronologisch-pragmatischer Verlauf des Streitesergeben, und ich halte es nicht für überflüssig, dem Leser Rechenschaft darüberabzulegen.

Die Hauptquellenschriften über dieses Faktum sind sehr zahlreich; sie sollenhier kurz angegeben werden, um Wiederholungen zu vermeiden.

I. Die Pfefferkornscheu Pamphlete, teils gegen die Juden, teilsgegen den Talmud und teils gegen Reuchlin, wovon weiter unten.

II. Die Reuchlinschen Schriften.

s) Das Gutachten oder derRatschlag" über den Talmud für denKaiser Maximilian in deutscher Sprache, beendet Oktober 1510.

d) Die lateinisch geschriebenen ^rAumsnts. und Erläuterungen dazu, be-endet August 1511. Später hat er sie ergänzt und verdeutscht unter dem Titel:Ain clar verständnus in tütsch off Doctor Reuchlins Rathschlagvon den judenbüchern, gedruckt 1512 nach Böckings Angabe (SupplementII, 53.)

c) Der Augenspiegel, d. h. die zwei ebengenanuten Partien, Ratschlagund Argumente, im Eingänge die Veranlassung dazu nebst Urkunden und zumSchluß Widerlegung der Pfefferkoruschen Anklagen, gedruckt in Tübingen, August1511. Diese Schrift ist ebenfalls selten geworden, neu aufgelegt ist sie in vonder Hardts Iiistoria literaria, rstormationis, pars II.

ä) veksnsio Lsucdliui contra, calumuiatorss suos Oolonieuses anden Kaiser Maximilian, beendet 1. März 1513, gedruckt 1513 bis 1514 inTübingen, auch bei v. der Hardt abgedruckt.

s) Halb und halb gehören auch dazu die ^.cta .Inäiciorum intertratrsin llacobum Hoollstratsu, Inquisitorsin Lioloniensiuin et I. Usncdlin«x reZststro pnblico autentieo st siZillato, gedruckt Hagenau 1518, auch beiv. der Hardt daselbst. Die Akta scheinen unter Reuchlins Ausvizicn zusammen-gestellt und gedruckt worden zu sein. Dazu gehört auch Reuchlins Brief anWimphling vom 30. November 1513 über den Gang des Prozesses in Mainz,bei Majus.

III. Eine Hauptqnclle bilden ferner die zahlreichen Briefe an und vonReuchlin über diesen Streit.

s.) Lpistolae claroruin (oder illnstrinin) viroruin (ich bezeichnesie als Briefsammlung); der erste Teil, gedruckt Tübingen 1514, enthältnur wenige Briefe, welche auf die Streitsache Bezug haben. Dagegen ist derzweite Teil unter dem Titel Lpp. Ulustrr. virr., Hagenau 1519, voll davon,enthält auch ein hebräisches Pro memoria Reuchlins über diesen Streitund ein apologetisches Schreiben des Kaisers Maximilian an den Papst für ihn.

b) Eine neue Sammlung von Briefen von Reuchlin und andern dabeibeteiligten Personen hat der Bibliothekar G. Friedländer aus einem Ber-liner Schriftenkonvolut ediert unter dem Titel Beiträge zur Resormations«geschichte, Berlin 1837. Es sind im ganzen 31 Nummern und gebenmanche interessante Einzelheiten. Dieselben sind in den oben anfgeführtenMonographien nicht benutzt, nicht einmal von Strauß. Besonders interessantist Reuchlins hebräischer Brief an den jüdischen Leibarzt des Papstes Bonet deLates, den ich weiter unten seiner Wichtigkeit und Seltenheit wegen abdruckenlasse. Einzelne Briefe von und an Reuchlin sind in verschiedenen Sammlungenzerstreut, in Erasmus', Pirkheimers, Huttens, Mulians, Melanch-thons Schriften, in Schnurrers biographischen und literarischen Nachrichten,