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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
Entstehung
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junge Isaak nach Ägypten in das Haus eines reichen Oheims,Mardocha't Francis^, eines Steuerpächters, und wurde zumTalmudstudium angehalten. Er zeigte frühreifes Verständnis unterdenJüngern des David Jbn-Abi-Simra, und im vierundzwanzigstenLebensjahre galt er bereits als ebenbürtige rabbinische Autoritätneben den: angestaunten Kenner der talmudischen Literatur, nebenBezalel Aschkenasi?) Vermutlich wurde er auch von Jbn-Abi-Simra in die Kabbala eingeführt, die ihn fortan so sehr beherrschthat, daß sein Geist davon benebelt wurde. Das trockene Talmud-studium, welches mit massenhafter Gelehrsamkeit, unfruchtbaremHaarspalten und Formelwesen die Kopfe erfüllte, aber das Herzleer ließ, scheint Lurja widerwärtig geworden und ihn zur phan-tastischen Mystik getrieben zu haben. Er zog dem lärmenden Lehr-hause die schauerliche Einsamkeit der Nilgegend und dein Operierenmit Verstandesformeln die Vertiefung in mystische Welten undschwärmerisches Beten vor?) Ter Sohar, welcher damals durch denersten Druck überall hin verbreitet und jedermann zugänglich ge-worden war, zog ihn mächtig an. Je mehr ihm durch die Ver-tiefung in das tönende Nichts des Sohar die Kabbala vertrauterwurde, desto mehr suchte er die Einsamkeit auf, stellte den Verkehrmit Menschen ein, vernachlässigte selbst seine junge Frau, besuchtesein Haus nur von einem Sabbat zum andern sein reicherSchwiegervater sorgte nämlich für ihn und die Seinigen sprachwenig und das wenige nur in hebräischer Sprache. Mehrere Jahresoll Lurja auf diese Weise in stiller Einsamkeit zugebracht haben,und sie machte ihn, wie alle diejenigen, deren Verstandeskraft nichtstärker ist als ihre Phantasie, zu einem verzückten Schwärmer; seinsteter Begleiter in dieser Abgeschiedenheit, das mystische Buch Sohar,trug dazu bei, seine Einbildungskraft zu erhitzen. Fest überzeugt vonder Echtheit desselben, als Werk von Simon ben Jochai, und vonder Göttlichkeit der darin geoffenbarten Phantasterei und Albern-heiten, suchte Lurja darin durchaus höhere Bezüge und tiefere Weis-heit. Er betete und vergoß Tränen, daß ihm die Rätsel undDunkelheiten, die er darin fand, durch höhere Eingebung gelöstwerden möchten, und wenn er den Schlüssel dazu gefunden zu habenglaubte, so war es kein anderer, als der Prophet Elia, der ihn ihmgebracht; in seiner erhitzten Phantasie sah er wohl auch Elia, denLehrer von Geheimnissen, von Angesicht zu Angesicht.

y Asulai s. v. Isaak Lurja.

-) Das. und Conforte, Xors ba-vorot m 40 d. Bezalel Aschkeiiasi Berf.der 122,^2

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