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Geschichte der Juden.
er dein portugiesischen Hofe in allein nachgeben. Die Neuchristen, welchedas Land verlassen wollten, sollten nur eine Bürgschaft stellen, daß sienicht in das Gebiet der Ungläubigen nach Afrika oder der Türkei aus-wandern würden. Auch darauf gab der Bischof Limpo eine schlagendeEntgegnung. „Ist etwa ein Unterschied, ob diese Ketzer sich unter dieHerrschaft der Ungläubigen oder nach Italien begeben? Sie lassensich in Ancona, Ferrara oder Venedig beschneiden und gehen von danach der Türkei. Sie besitzen ja päpstliche Privilegien, so daß niemandsie fragen darf, ob sie vielleicht Juden sind! Erkennungszeichen tragensie nicht, und so können sie frank und frei gehen, wohin sie wollen,ihre Zeremonien beobachten, die Synagogen besuchen. O, wie vielevon denen besuchen diese nicht jetzt schon, die in Portugal in ihrer Jugendgetauft, zum Tode verurteilt oder in ekligle verbrannt sind! Räumtman ihnen die freie Auswanderung ein, so brauchen sie nur den Fußin das Land der Ungläubigen zu setzen und können sich offen zum Juden-tum bekennen. Nie wird der König einen solchen Zustand dulden,kein Theologe, was sage ich, kein einfacher Christ kann ihm dazu raten.Statt daß Se. Heiligkeit sich bemüht, die geheimen Juden in Sicherheitzu bringen, möge er lieber die Jnquisitionstribunale in seinen Staatenvermehren und nicht bloß die lutherischen Ketzer, sondern ebenso gutdie jüdischen bestrafen, welche in Italien Schutz und Zuflucht suchen."^Paul III. war noch durch einen andern Umstand zur Nachgiebigkeitgezwungen. Durch den Sieg Karls V. über die Protestanten imSchmalkaldischen Krieg (April 1547), wollte dieser sich zum Herrn überdas Papsttum machen und eine Kirchenordnung eingeführt wissen,welche auch den Protestanten zusagen sollte. Die spanischen Mitgliederauf der Kirchenversammluug vou Trient hatten von ihrem Königdie Weisung, seinen Plan durchzusetzen. Das war aber eine Kriegs-erklärung gegen den Papst. Demzufolge verlegte er das Konzil nachBologna. Dadurch mußte er mit dem Kaiser brechen, und um nichtganz vereinzelt diesem Mächtigen gegenüber zu stehen, war er genötigt,Portugal, sowie die katholischen Mittelstaaten für sich zu gewinnen.Um daher Portugal zu versöhnen, sandte er dahin einen besonderenKommissarius mit Bullen und Breven versehen. Die den Marranengünstigen Kardinäle und darunter des Papstes Enkel, Farnese undSantafiore waren durch Jahrgehälter von dem Hofe gewonnenworden?) und billigten ihrerseits des Papstes Beschlüsse. Immerhinwaren diese unter den obwaltenden Umständen in der versengendenGlut des Fanatismus, der damals als Reaktion gegen die bisherigeLauheit in der Kirche um sich zu greifen begann, noch milde genug.
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2 ) Das. III. 228, 261.