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Geschichte der Juden.
zur Rede, daß er einen ehemaligen Christen aus Portugal, der gegendas Christentum predige, frei in Rom einherwandeln ließe. Da ihmder Gesandte kein Gehör schenkte, wendete sich Mantin mit der-selben Anklage an die Inquisition, brachte Zeugen aus Portugal, dieaussagten, daß Salomo Molcho früher als Christ in Portugal ge-lebt, und bewirkte, daß der Angeklagte vor die Kongregation geladenwurde. Molcho legte hierauf dem Juquisitionsgericht seinen vomPapste erhaltenen Freibrief vor und glaubte, darauf gestützt, unbe-lästigt zu bleiben: allein die Richter rissen ihn ihm aus den Händen,begaben sich damit zum Papste und hielten ihm das Ungebührlichevor, daß er einen Verhöhner des Christentums schlitze. Clemens er-widerte, er brauche Molcho zu einem geheimen Zwecke und wünsche,daß man ihn unbehelligt lasse. Als die Inquisition von der Anklageabstehen wollte, brachte Mantin neue Punkte gegen ihn vor. Erwußte sich den Brief zu verschaffen, den Molcho einige Jahre vorhervon Monastir aus über sein früheres Leben und seinen Rücktrittznm Judentum an Joseph Taytasak geschrieben hatte, übersetzte ihnins Lateinische und legte ihn dem Tribunal vor. Da dieser Briefohne Zweifel Schmähungen gegen Edvm, d. h. gegen Rom und dasChristentum enthielt, so mußte die Inquisition darauf eingehen, undauch Clemens durfte sich nicht mehr der Anklage desselben widersetzen.Tie Kongregation machte hierauf Molcho den Prozeß und verurteilteihn zum Feuertode. Ein Scheiterhaufen, wurde angezündet, der einegroße Volksmenge herbeilockte. Ein Verdammter wurde im Büßer-hemd herbeigeführt, ohne Umstände ins Feuer geworfen, und einRichter zeigte dem Papste an, daß der Glaubensakt durch den Toddes Verbrechers geschehen sei. Das Erstaunen des Richters und derZeugeil der Hinrichtung soll groß gewesen sein, als Salomo Molchoin deil Zimmern des Papstes lebend angetroffen wurde.
Clemens soll nämlich, um seinem Schützling das Leben zu retten,einen andern untergeschoben haben, der den Scheiterhaufen bestiegenhabe, während Salomo Molcho in den päpstlicheil Gemächern ver-borgen gehalten worden sei. Dies soll der Papst selbst dem betreteilenRichter mitgeteilt und ihm Stillschweigen über die Sache auferlegthaben, damit die Aufregung unter Christeil und Juden nicht neueNahrung erhalteil solle?) Salomo Molcho war gerettet; aber erdurfte nicht länger in Rom weilen; das sah er selbst ein und bat denPapst ihn zu entlassen. Unter Begleitung einiger treuer Diener desPapstes ritt Salomo Molcho Nachts aus Rom (Februar oder Mürz1531). Wohin er sich begab, ist nicht bekannt, vielleicht nach Bologna,wo er auch öfters öffentlich gepredigt hat?) Alle diese Vorgänge
U Sendschreiben bei Joseph Kohen p. 94 b. 2 ) Joseph Kohcn p. 9l n.