Wechselnde Stimmung gegen die Portugiesischei: Marranen. 229
klammern und als hoffte er auf eine Sinnesänderung des Königs,länger als vier Monate zugebracht und mußte fast mit Gewalt aufsSchiff gebracht werden. Das Schiff, das ihn und seine Begleitungtrug, wurde an die spanische Küste verschlagen, und David war inSpanien in Gefangenschaft geraten und sollte vor ein Jnquisitions-gericht gestellt werden. Indessen hatte der Kaiser Karl ihn: die Freiheitgewährt, und so konnte sich David Reubeni nach Avignon, in daspäpstliche Gebiet begebend) Sobald der König Joäo mit DavidReubeni gebrochen hatte, war der Grund zur Schonung der Marranenweggefallen. Immer inehr wurde der schwankende König von derKönigin, den Dominikanern und einigen Großen zun: Entschlüssegedrängt, die Inquisition einzuführen. Den Ausschlag gab der Bischofvon Centn, Henrique, ein ehemaliger Franziskanermönch undein fanatischer Priester. In seinen: Sprengel Olivenya wurden fünfNeuchristen des Judaisierens verdächtigt, 2 ) und er machte kurzen Prozeßmit ihnen. Ohne sich viel darum zu kümmern, ob das Jnquisitions-tribunal von: Papste genehmigt und von: Könige gesetzlich eingeführtworden war oder nicht, errichtete er einen Scheiterhaufen und ließdie ohne regelmäßiges Verhör Verurteilten verbrennen sum 1530).Das Volk jauchzte ihn: dafür zu und feierte den Mord der Juden-christen durch Stiergefechte. Weit entfernt, seine Tat oder Untat zuverheimliche::, rühmte sich Henrique derselben und drang in den König,endlich mit der Züchtigung der ketzerischen und lästernden NeuchristenErnst zu machen. Darauf entschloß sich Joäo bei::: Papste Clemens aufEinrichtung von Untersuchungskommissionen in Portugal auzutragen.
Indessen gab es noch einige Priester aus der alten Zeit, welchees wagten, ihre Stimme laut gegen diese beabsichtigte neue Gewalt-maßregel wider die Marranen zu erheben. Es waren besonders Fer-nando C 0 utinh 0 , Bischof von Algarvien, und Di 0 g 0 Pin-st eiro, Bischof von Funchäl; ihre Namen verdienen der Nachweltüberliefert zu werden. Sie waren Zeugen dessen gewesen, unterwelchen unmenschlichen Grausamkeiten die Juden unter Manoel zurTaufe gebracht worden waren — Coutinho war bereits ein achtzig-jähriger Greis — und sie konnten sie nach keiner Seite als volle Christenanerkennen, sei es um sie als rückfällige Ketzer zu bestrafen, oder ihnenRichterämter oder geistliche Pfründen anzuvertrauen. So oft Neu-christen vor ihren: bischöflichen Tribunal der Ketzerei angeklagt waren,gaben sie ihnen die Freiheit und bekundeten ihre Gesinnung offen vordein Könige und dessen Räten. Coutinho, welcher den falschen Eiferder jüngeren Geistlichkeit nicht genug verspotten konnte, erinnerte
9 Note 5.
h Italienische Information in Note 8 nnd Herculano das. p. 22l.