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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Die Marranen in Spanien.

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Ungarn, Polen, Deutschland regten sich daher im Herzen der Judenmessianische Hoffnungen, die sich an Salomo Molchos Namen knüpften,und die er zur Verwirklichung bringen sollte, ch

In Spanien und Portugal klammerten sich die Marranen nochmehr an die Aussichten auf die messianische Erlösung und an DavidReubeni, den sie mit oder gegen seinen Willen für einen Vorläuferhielten. Ihre Illusionen machten sie so sicher, daß sie kühne Unter-nehmungen wagten, die ihnen unfehlbar den Tod bringen mußten.Mehrere spanische Marranen, die dein Scheiterhaufen geweiht waren,hatten merkwürdigerweise eine Zuflucht in Portugal sin Campo-Mayor)gefunden und blieben geduldet. Eine Schar junger Leute unter ihnendrang gar mit bewaffneter Hand von da aus nach Badajoz, von wosie entflohen waren, um mehrere marranische Frauen, die im Kerkerder Inquisition schmachteten, zu befreien, setzten die Stadtbewohnerin Schrecken und erlösten in der Tat die unglücklichen Schlachtopfer.Dieser Vorfall machte viel Aufsehen in beiden Ländern und führtedie nachteiligsten Folgen kür die Scheinchristen herbei. Der Inquisitorvon Badajoz, Selaya, beklagte sich in einem. Schreiben an denKönig von Portugal über diese Kühnheit und wies ans die Ursachederselben hin: Ein Jude aus fernem Lande habe den Marranen sovielMut und Hoffnung eingeflößt, daß sie sich aus Spanien an der Portu-giesischen Grenze gesammelt und in Badajoz soviel Unfug zu treibengewagt hätten.^) Er verlangte die Auslieferung sämtlicher nach Campo-Mayor geflüchteten spanischen Neuchristen und ermahnte zugleich denKönig von Portugal, die Marranen seines Landes nicht ungestraftjudaisieren zu lassen. Durch eine eigene, man könnte sie eine Domini-kanerlogik nennen, suchte Selaya das Bedenken des Königs als grundloszu stempeln. Man sagt, die portugiesischen Neuchristen seien mitGewalt zur Taufe gezerrt worden, und darum habe sie keine Verbind-lichkeit für sie. Aber wie könnte man, so urteilte der Inquisitor vonBadajoz, es gewaltsam nennen, wenn sie dadurch eine so großeWohltat, wie die Taufe, erlangt hätten? Dann sei es auch kein rechterZwang gewesen, da es den Juden damals unter Manoel freigestandenhätte, sich mit dein Mute der Makkabäer töten zu lassen, wenn siegegen die Taufe einen so großen Widerwillen empfunden hätten.Zugleich bemerkte Selaya dem Könige von Portugal, daß der Judeaus dem Morgenlande, der sich der königlichen Gunst zu erfreuenhätte (David Reubeni), ebenso wie seine Anhänger vollständige Ketzerwären, indem sie das alte Testament falsch auslegten. Die einzigerechtgläubige Sekte unter den Juden seien die Karäer, welche die

y Siche Note 5.2) Siche Rote 5.

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