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Geschichte der Juden.
mschen Murranen Hutten ulte Ursache, ihre Leidensgenossen in Portugalzu beneiden, und gaben sich daher alle erdenkliche Mühe, über dieGrenze des Landes, wo für sie Scheiterhaufen flammten, zu ent-kommen. Dem arbeitete natürlich die rachsüchtige spanische Regierungentgegen und bewog Manoel, ein Gesetz zn erlassen (1508), daß keinSpanier den portugiesischen Boden betreten dürfe, wem: er nicht eineBescheinigung beibrächte, daß er nicht der Ketzerei beschuldigt seiestFernando von Spanien hatte zwar mehr verlangt. Mit Berufungauf eine päpstliche Bulle hatte er das Verlangen gestellt, daß die ansSpanien vor der Inquisition entflohenen Marranen ausgeliefert wer-den sollten. Manoel gab aber nur zu, daß ein Jnquisitionsrichternach Portugal kommen sollte, um die Flüchtlinge dort anzuklagen,damit nach portugiesischem Rechte über sie gerichtet werde.?) Solcher-gestalt hätten die Portugiesischen Marranen ein leidliches Dasein gehabt,wenn nicht der Bolkshaß es ihnen verleidet hätte. Es zeigte sich nach ihrerTaufe, daß sie weniger als Bekenner des Judentums, denn als einerührige, betriebsame, den Christen überlegene Klasse verhaßt waren.Tie Antipathie der Altchristen steigerte sich noch mehr, als dieNeuchristen die Befugnis erlangt hatten, alle Gewerbe zu be-treiben, die Pacht der Kirchenzehnten zu übernehmen, Ämter zu be-kleiden und sogar geistliche Würden zu erhalten und in Mönchsordeneinzutreten. Zuerst machte sich der Haß gegen sie durch beschimpfendeBenennungen: „Jude, verfluchter Neuchrist" (llmlso Llarrano, con-vsiso) Lust, und Manoel mußte solche Bezeichnungen für sie durchein Gesetz verbieten, konnte aber die Antipathie gegen sie nicht ent-wurzeln. Mißernten, welche mehrere Jahre in dem kleinen PortugalHungersnot erzeugt hatten, wozu sich noch die Pest gesellte, gabendem Hasse neue Nahrung; denn es hieß allgemein, die getauftenJuden trieben Kornwucher, verteuerten die Lebensmittel und expor-tierten das Getreide ins Ausland. Am glühendsten gehaßt war einmarranischer Emporkömmling, Ioäo R o dT i g o M ascare n-h a s Z) Oberpüchter aller Steuern, und dieser Haß traf sämtliche Mär-
st Bei Heine a. a. O. S. läö. Ilsreulauo das. 141.
?) Das.
st In dem Berichte eines anonymen deutschen Augenzeugen über die Massakerder Marranen in Lissabon unter dem Titel „von dem Streyt kürzlich geschehenin L. . . zwischen den Christen oder neueren Christen und Juden," mitgeteiltvon G. Heine a. a. O. S. 173 ff. heißt es: Johann Roderich Mastare-nns . . war das Haupt aller Juden, voll Büberei, falsch und böswillig, so daßnicht zu schreiben ist, was er in seinen Tagen für Bosheit und Büberei erdachtund getrieben rc. Von demselben erzählt auch der Augenzeuge Salomo Jbn-Verga (in Lekedst llskuäa Nr. 60 p. 97): 'iiw vm nnnr '2 12 p 1128
2^71 .12121 1^12 1'12 'ri 2'12N1 iniv ^2 1'1 2:12