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Geschichte der Juden.
geächteten Synagoge beizuwohnen! Nichts destvweniger ließ Luceroeine Menge alter Christen mit neuen zugleich einkerkern und die be-zeichneten Häuser niederreißen. Tie Schergen der Inquisition hattenalle Hände voll zu tun. Es entstand aber dadurch eine drohende Gärungin Cordoba; die angesehensten Personen klagten über dieses Verfahrendes Inquisitors Lucero und gingen den Großinquisitor an, ihn seinesAmtes zu entsetzen. Teza war aber mit ihn: einverstanden, und sowurden auch die Unzufriedenen, Ritter, Vornehme, Donas, Geist-liche und Nonnen als Begünstiger jüdischer Ketzerei angeklagt. IhrenVerwandten gelang es indes bei dem kastilianischen Könige von wenigenMonaten, dem deutschen Prinzen Philipp I., Jsabellas Schwieger-sohn und Nachfolger, die Entsetzung Dezas und Luceros zu bewirken.Dafür nahmen diese aber nach dem Tode desselben schwere Rache anihren Feinden unter dem frömmelnden Fernando, seinem Nachfolger inKastilien. Es entstand eine so einhellige förmliche Revolution in Cordobagegen die Inquisition, geleitet von hohen Adeligen, daß der zum zweitenMal zur Regierung gelangte König genötigt war, Lucero zu verbannenund auch einen andern Großinquisitor in der Person des itzimenesvon Cisneros zu ernennend) Der dritte Großinquisitor verfuhrschonender gegen die verdächtigen Altcbristen, ließ aber nicht wenigerNeuchristen von jüdischer und maurischer Abstammung verbrennen.Er war es auch, der gegen Karl V. eine drohende Sprache führte, alser im Begriffe war, den spanischen Marranen für 800 000 Goldkronendie Freiheit ihres jüdischen Bekenntnisses einzuräumen. Die flan-drischen Räte, denen der Kaiser die Frage zur Entscheidung vorgelegt,waren dafür gestimmt, aber der Begriff Freiheit und Duldung warenMmenes' Ohr und Herz leere Laute. Er verbot seinein kaiserlichenZöglinge, die Juden zu dulden, wie es Torquemada Karls Urahnenverboten hatte.?) Seine Nachfolger waren nicht weniger rechtgläubig,d. h. nicht weniger unmenschlich. Unter diesen bekamen die jüdischenSchlachtopfer christliche Mitschuldige und Leidensgenossen. Die refor-matorische Bewegung in Deutschland hatte auch in Spanien einenWiderhall gefunden. Luthers und Calvins Lehre von der Verwerf-lichkeit des Papsttums, der Priesterschaft und des Zeremoniendiensteswar durch die Verbindung Spaniens mit Deutschland infolge derPersonalunion des Kaisers Karl auch über die Pyrenäen gedrungen.Der Kaiser, dem die Reformation in Deutschland so viel zu schaffenmachte, gab dein heiligen Offizium die Weisung, streng gegen dielutherisch Gesinnten in Spanien zu verfahren. Dem blutdürstigenUngetüme war die ihn: zugewiesene Beute willkommen, und fortan
0 Llorente, bistoirs äs l'Inqnisition sn UspaZ-ns I p. 345 fsi
H In allen Biographien des Kardinals, Großinquisitors und RegentenLimcnes mitgeteilt.