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Geschichte der Juden.
einer Ausbeute der Kabbala für das Christentum. Daher drängtensie den Franziskaner Petrus Galatinus aus Rom, der einigeKenntnis davon hatte, zugunsten Reuchlins ein Werk darüber aus-zuarbeiten, ehe sie noch wußten, daß Reuchlin sich selbst daran gemachthatte. Galatinus, der als Franziskaner ein Gegner der Dominikanerwar, stoppelte infolgedessen ein umfangreiches Machwerk zusammen,„von d e n G e h e i m ni s s e n der katholischenWa.hr--heit."*) Es ist ein Treigespräch zwischen Reuchlin, Hoch-straten und dem Verfasser über die Mysterien des Christentums,welche durch Beweise aus Talmud und Kabbala bestätigt sein sollten,Beweise, welche nur von den blinden Juden übersehen würden. Esscheint, daß der damals in Rom weilende hebräische GrammatikerElia Le Vita,2) der Hausfreund des zum Kardinal erhobenenEgidio von Viterbo, dem zum christlichen Kabbalistenkreise gehörigenGalatinus bei Abfassung dieses Werkes behilflich war. Denn dieserFranziskaner benutzte für sein Werk auch Stellen aus dem mystischenBuche Sohar, das kein Christ ohne Hilfe eines gelehrten Juden ver-stehen konnte. Dieses Werk ist ein anekelndes Zusammenkehricht ausjüdischen und christlichen Schriften ohne Zusammenhang und Gedanken-fäden, namentlich aus de Heredias Machwerk und der Lügenschmiedegetaufter spanischer Juden, und sollte beweisen, wie nützlich und förder-lich es für die christliche Welt sei, wenn ein christlicher Gottesgelehrterdie jüdischen Schriften kenne, aus denen soviel Geheimnisse für diekatholische Wahrheit gezogen werden können. Dadurch werde nichtbloß der Unglaube der gegenwärtigen Juden (die Juden des Altertumssollen im Innern christgläubig gewesen sein) so sehr widerlegt werden,daß sie nicht einmal den Mund dagegen auftun könnten, sondern auchdie katholische Wahrheit bestätigt werden. So nichtig und geschmacklosdiese christelnde Kabbala war, so kam sie dennoch durch ReuchlinsPatronat in Mode. Die nicht allzu geistesfesten Humanisten ließen sich
*) Vs areauis cLtboIics.s veritatis libri VII., beendet September 1516,gedruckt 1518. Bergt, dazu die Einleit. und Reuchlins Briefs. II, Nr. 74. Esgilt jetzt als ausgemacht, daß Galatinus ein geborener Christ, und nicht eingetaufter Jude war.
h Elia Levita verteidigt sich in der Einleitung zu 22,222 22,2,2, er habeChristen nur hebräische Grammatik gelehrt. Dem ist aber nicht so. Er hatwenigstens seinen Gönner Egidio de Viterbo in die Kabbala eingeführt: erkopierte für ihn: a) 22>r- '2 wiiw; d) bnu-, 2,2; s) v'22,2 2222 -o. Er bemerktdabei: i'i'i inn wr> „'22,28 .1122 >,22, 28,^2 21LM M02L innb 212 2222 '2222,2-222 2 XL' 2 , 2122W .nv 12.2b: 12 2122b ,22I> 22-2 .... (Orient Literbl. Jahr-
gang 1849, 0 . 78>, also noch zur Zeit, ehe Egidio Kardinal geworden war,vor 1516. In Almanzis Katalog findet sich aufgeführt: 22 - 2 - 222 ->r, »»',2 - 2,0Iiv-bx -2b 2,212 2222 222, übersetzt von Elia Levita für den KardinaEgidio 1515.