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Geschichte der Juden.
fahren gegen Reuchlin empörten aber auch ihn. Daher erließ er einHandschreiben an die aus seinem Stifte gewählten Kommissäre, dasUrteil für einen Monat bis zu neuer Vermittlung anfznschieben. Solltensie aber nicht darauf eingehen wollen, so enthebe er sie mit dein Schreibenihrer Befugnisse als Jnqnisitionsrichter, und alles, was sie bisher be-schlossen Hütten, sei null und nichtig. Mit verblüfften Gesichtern hörtendie Dominikaner das laute Verlesen dieses ihre Machinationen ver-eitelnden Schreibens durch den Mund des Notars an. Hochstraten alleinwagte zuerst freche Äußerungen über versagtes Recht zu sprühen.Die übrigen Genossen schlichen sich beschämt davon, verfolgt von demGespötts der Gassenjugend und dem Rufe der Erwachsenen: „Möchtendoch diese Brüder ans Scheiterhaufen verbrannt werden, welche einemBiedermann solche Schmach antun wollen." Noch einen verzweifeltenVersuch machte der giftige Hochstraten. Er drängte die Mainzer theo-logische Fakultät, ihr Gutachten endlich abzugeben, und sie erklärte,daß Reuchlins angcschuldigte Schrift Jrrtümer, Judenbegünstignngund Ketzereiverdächtiges enthalte (13. Oktober)?) Tann meldete Hoch-straten eine Appellation an den Papst an, er, der früher eine solche vonReuchlin vorgeschlagene mit Hohn znrückgewiesen hatte, gab sie abernach reiflicher Beratung wieder auf. So ging der schwer angeklagteReuchlin, der Verteidiger der Juden und ihres Schrifttums, ans demharten Kampfe als Sieger hervor.
Als solchen feierten ihn nicht lange darauf Hermann vomBusche, der Missionär für die humanistische Bildung (wie ihn DavidF r i e d r i ch S t r a n ß treffend nannte) und U l r i ch v o n H u t t e n,der Ritter für Recht und Wahrheit, in einem schwärmerischen Lobliede„Reuchlins Triumph"?)
„Jauchze, wofern Du dich selbst erkennst, ja jauchze, inein Deutsch-land!"
Das ist der Refrain. Deutschland sollte die Augen öffnen unddem Besieger der boshaften Dominikaner bei seiner Heimkehr ins Vater-land einen glänzenden Triumph bereiten, oder wie die dichterischeFiktion lautet: Deutschlands Söhne und Töchter bereiten seinemgroßen, seinem unsterblichen Reuchlin einen erhebenden Empfang imschönsten Schinucke unter Blumengewinden und rauschender Musik.Hochstraten wird als überwundener, gefährlichster Feind in Fesselngeführt, „der häßliche Feuermain:, dessen steter Ruf es ist: -ins Feuermit Schriftstellern und ihren Schriften!' Magst du Wahres oderFalsches, Gerechtes oder Ungerechtes erdenken, er hat immer Feuerfür dich bereit. Er verschlingt Feuer, er nährt sich davon, er haucht
Bergt. Note 2.
2) Über den oder die Verf. des Urlmigilms Oapnionis bergt. David Straußund Böckling über Hutten.