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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Mandat zur Untersuchung des jüd. Schrifttums. 91

Qualen der Juden veranschaulichen. Dieser Vorfall machte viel Auf-sehen in Deutschland, und die Kölner Dominikaner benutzten ihn/)um den Kaiser zu bewegen, ein neues Mandat zur Konfiszierungdes jüdischen Schrifttums zu erlassen, da der Talmud allein an derangeblichen Christenfeindlichkeit der Juden schuld sei. Zwar auf grademWege konnten sie es von ihm nicht erlangen, denn er war nachgeradevon der Lügenhaftigkeit der Anklage überzeugt. Aber sie schobenwieder dieselbe Mittelsperson vor, die bigotte Herzogin-Äbtissin Kuni-gunde, welcher die grauenhafte Schlechtigkeit der Juden durch diesenVorfall noch greller geschildert wurde; sie sollte abermals auf den Kaisereiuwirken. Tie Dominikaner wußten ihr beizubringen, zu welchemNachteil es dem Christentum gereichen würde, und bereits gereiche,daß die hostienschnuderischen und kindermörderischen Juden sich rühmenkönnten, ihre Schriften seien ihnen auf des Kaisers Geheiß wiederzugestellt worden, der Kaiser billige gewissermaßen die darin ent-haltenen Schmähungen gegen die christliche Religion. Darauf be-stürmte sie ihren Bruder förmlich und tat bei ihrer Zusammenkunftmit ihm in München einen Fußfall, ihn unter Tränen beschwörend,die Angelegenheit der jüdischen Schriften wieder aufzunehmen?).Auch Pfefferkorn belästigte den Kaiser während seines Aufenthaltesin Bayern mit Anschwärzungen. Maximilian war in Verlegenheit.Cr mochte einerseits seiner geliebten Schwester einen so innig gehegtenWunsch nicht versagen, anderseits war er von Pfefferkorns Lügen-gewebe gegen die Juden nicht sehr erbaut. Er fand indes eine Auskunft,um nach beiden Seiten hin billig zu erscheinen. Er erließ ein neuesMandat, das vierte in dieser Angelegenheit (6. Juli 1510), an denErzbischof II r i e l, die Sache wieder aufzunehmen, aber unter einerandern Gestalt. Er wollte sich erst vergewissern, ob es göttlich, löblichund wirklich dem Christentum förderlich sei, die talmudischen Schriftenzu verbrennen, wie Pfefferkorn so hartnäckig behauptet hatte. DieSache sollte nicht als erwiesen angenommen, sondern erst gründlichuntersucht werden. Der Erzbischof von Mainz sollte Gutachten darüber

der Bischof von Brandenburg den Geistlichen untersagt habe, das Beichtgeständnislaut werden zu lassen. Infolgedessen habe Joachim 1l. seinen Entschluß auf-gegeben, die Inden aus seinem Lande zu verjagen (das. p. S2, Nr. 22): rivxuc.nw i>:n> .-anrpnav) naai' ainpnav Irwin v'anb xmi r>nuv o: -in- oa ub

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h Den Zusammenhang zwischen dem Vorfall in Berlin und der Sinnes-änderung des Kaisers in betreff der jüdischen Schriften gibt Pfefferkorn selbstan, vergl. Note 2.

") Dieselbe Note.