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Geschichte der Juden.
Aber Pfefferkorn, Ortuii: Gratius und die Kölner Judenfresserkamen doch etwas zu spät. Aufläufe zum Totschlägen der Judenwaren nicht mebr an der Zeit, wenn diese auch damals nicht wenigerals zur Zeit der Kreuzzüge und des schwarzen Todes gehaßt und ver-achtet waren. Die Fürsten waren noch weniger zu bewegen, die Judenzu vertreiben, da mit ihnen auch ein regelmäßig einlaufender Einnahme-posten weggefallen wäre. Um Bekehrung der Juden war inan damalsauch nicht sehr eifrig, vielmehr wiesen manche Christen höhnisch undspottend auf getaufte Juden. Es hatte sich damals ein Gleichnis unterden Christen gebildet: Ein getaufter Jude gleiche weißer reiner Leine-wand. So lange sie frisch ist, erfreut sich das Auge daran, einige Tageim Gebrauche, wird sie beseitigt und zum Schmutze geworfen. Sowird ein übergetretener Jude nach frischer Taufe von den Christengehegt; gehen dann Tage vorüber, wird er vernachlässigt, gemieden,ausgeschlossen und dann gar verspottet.*)
Tie deutschen Juden, welche von Pfefferkorns Eifer neue Ge-fahren für sich fürchteten, arbeiteten ihm, soviel sie vermochten, ent-gegen. Jüdische Ärzte, welche an den fürstlichen Höfen beliebt waren,scheinen ihren Einfluß bei ihren Gönnern geltend geinacht zu haben,um Pfefferkorns Anschuldigungen als erlogen darzustellen und un-wirksam zu machen. Selbst Christel: zeigten ihre Unzufriedenheitmit den Wühlereien des getauften Juden und äußerten laut, Pfeffer-korn sei ein nichtsnutziger Mensch und Heuchler, dem man keinenGlaubei: schenken dürfe. Er wolle die Einfältigei: nur täuschen"undsei nur darauf bedacht, seinen Beutel zu füllen. Wein: er seinen Zweckerreicht Habei: werde, werde er plötzlich verschwinden und dann ent-weder zun: Judentums zurücktreten oder auf einen: andern Schauplatzeunter einen: andern Namen durch eine neue Taufe seinen Gewinnsuchen. 2 ) Er sah sich daher veranlaßt (März 1509) alsbald eine neueFlugschrift ii: die Welt zu senden, die er geradezu „Iudenfein d"Hbetitelte. Diese giftige Schinähschrift widmete er den: judenfeindlichenFürsten Philipp von Cöli:, den er beschwor, ihn gegen die Juden,die einen Anschlag auf sein Leben gemacht hätten, zu schützen. Pfeffer-korn wiederholte darin alle seine früheren Anschuldigungen gegei: die
*) Viktor von Karben, äs vita et woribus äuänsornw, o. 4 nnä s. 24.
2) Pfefferkorn, Lostis äuäasoruw: Bogen L. 4b: Osrtis monitis üäsäiAnornm dominum, gui st sorixssrunt, äuäasos in uonuullis terris stloois ooisinrns8s st oonsxirasse in uscem mesm st xsrnioiem . . . disochs: inoäo, seä st tal8i uonnnll: Obristiuui . . . äisssminantss nbilibst äsms ssrmouss prnvos . . . ^.suut: ists äobannss kcksktsrkorn est bomolsvi8 et Simulator, oui aäbibenäa tiäss non est . . . vsstris sreäulisnimium simolioibusgus auribus inKsrit guiägniä sibi oollibitun: sst,guousgus saooum saun: iinplsverit stc.
°) Bergt. Note 2.